Die Landwirtschaft in der deutsch-niederländischen Grenzregion steht vor der Herausforderung, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu reduzieren und zugleich gesunde Kulturen, stabile Erträge und wirtschaftlich tragfähige Produktion zu sichern. Besonders anspruchsvoll ist dies bei Kartoffeln und Zwiebeln, wo Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge die Erträge stark beeinflussen. Biologische Pflanzenschutzverfahren, mechanische Unkrautbekämpfung, verbessertes Bodenmanagement, Robotik, Monitoring und digitale Technologien bieten vielversprechende Alternativen, werden bislang jedoch häufig getrennt entwickelt und eingesetzt.
Wenn einzelne Maßnahmen nicht aufeinander abgestimmt sind, kann die Reduktion chemischer Pflanzenschutzmittel neue agronomische, betriebliche oder wirtschaftliche Risiken mit sich bringen. Das Interreg-Projekt Ecological Innovation for Resilient Integrated Systems (EIRIS) entwickelt und validiert daher integrierte Anbausysteme, in denen biologische, mechanische und digitale Lösungen kombiniert werden. Niederländische und deutsche Partner testen diese Kombinationen unter Praxisbedingungen und übersetzen die Erkenntnisse in Entscheidungsunterstützung für Landwirte und Berater.
EIRIS verfolgt einen fünfteiligen Ansatz:
- Baseline: Erfassung aktueller Praktiken, Fruchtfolgen und der Abhängigkeit von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden in der Grenzregion.
- Implementation: Kombination biologischer, mechanischer und digitaler Maßnahmen zu integrierten Anbausystemen und Erprobung unter Praxisbedingungen.
- Validation: Bewertung von agronomischer Leistung, Umweltauswirkungen, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und betrieblicher Umsetzbarkeit.
- Agentic AI Decision Support: Verknüpfung validierter Projekterkenntnisse, betrieblicher Bedingungen und verfügbarer Technologien zur Unterstützung von Landwirten und Beratern bei der Auswahl geeigneter Strategien.
- Uptake: Überführung validierter Lösungen in praktische Transformationspfade, Demonstrationen, Leitlinien und eine grenzüberschreitende Innovationsplattform für breitere Anwendung.
Ein komplementäres Konsortium
Das EIRIS-Konsortium vereint Forschungseinrichtungen, landwirtschaftliche Organisationen, Versuchseinrichtungen, Technologieunternehmen und Softwarespezialisten aus den Niederlanden und Deutschland. Die Partner bringen komplementäre Kompetenzen von Pflanzen- und Bodenwissenschaften und Feldversuchen bis zu Robotik, Präzisionstechnologie, ökologischer und wirtschaftlicher Bewertung, Beratung und digitaler Entscheidungsunterstützung ein. Assoziierte Partner verbinden das Projekt mit landwirtschaftlichen Organisationen, Beratungsnetzwerken, Technologieanbietern und Akteuren der Lebensmittelwertschöpfungskette.
Bedeutung für die Interreg-Region
Die Grenzregion zwischen den nördlichen Niederlanden und Nordwestdeutschland ist durch bedeutenden Kartoffel- und Zwiebelanbau geprägt und steht vor vergleichbaren Herausforderungen bei Pflanzenschutz, Bodengesundheit, Umweltbelastung und der Transformation hin zu resilienteren Landwirtschaftssystemen. Gleichzeitig verfügen beide Regionen über unterschiedliche, sich ergänzende Forschungskapazitäten, Technologien, landwirtschaftliche Netzwerke und Beratungssysteme.
EIRIS führt diese Stärken in einer grenzüberschreitenden Umgebung zusammen, in der bestehende und neue Lösungen als vollständige Anbausysteme kombiniert, getestet und bewertet werden. Statt eine weitere isolierte Alternative zu chemischen Pflanzenschutzmitteln zu entwickeln, untersucht das Projekt, wie unterschiedliche Maßnahmen in der Praxis zusammenwirken und sich verstärken. So schafft EIRIS eine praktische Wissensbasis, um die Abhängigkeit von chemischem Pflanzenschutz zu reduzieren und zugleich eine produktive, resiliente und wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft in der Grenzregion zu unterstützen.















