Eine gerechte Gesundheitsversorgung erfordert, dass geschlechtsbezogene Unterschiede früh erkannt werden. Doch in der medizinischen Ausbildung in Deutschland und den Niederlanden fehlen noch systematische Ansätze zur gendersensiblen Diagnostik. Dadurch bleiben geschlechtsspezifische Variationen und implizite Vorurteile oft unsichtbar, was zu Fehldiagnosen und ungleicher Versorgung führen kann.
GenderMed-AI entwickelt hierfür eine KI-gestützte, mehrsprachige Lernumgebung mit synthetischen Konsultationsszenarien. Diese bilden realistische Unterschiede in Präsentation, Kommunikation und Entscheidungsfindung ab und enthalten typische Bias-Auslöser. Die Teilnehmenden trainieren reflektiertes klinisches Denken und den bewussten Umgang mit Vorurteilen, unterstützt durch gendersensible didaktische Formate. So entsteht ein praxisnahes, skalierbares Lerninstrument, das bislang nicht verfügbar ist.
Die deutsch-niederländische Kooperation nutzt die starke Expertise der beteiligten Universitätsmedizin. Durch die gemeinsame Entwicklung entsteht ein grenzüberschreitender Referenzrahmen für gendersensible medizinische Ausbildung, der die Versorgungsqualität stärkt und zur Verringerung geschlechtsspezifischer Gesundheitsungleichheiten in der Grenzregion beiträgt.















