

{"id":41503,"date":"2024-10-14T17:40:10","date_gmt":"2024-10-14T14:40:10","guid":{"rendered":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/?p=41503"},"modified":"2024-10-16T10:34:50","modified_gmt":"2024-10-16T07:34:50","slug":"drohnen-als-lebensretter-im-katastrophenfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/drohnen-als-lebensretter-im-katastrophenfall\/","title":{"rendered":"Drohnen als Lebensretter im Katastrophenfall"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Deutsch-niederl\u00e4ndisches Team entwickelt Technologien f\u00fcr Feuerwehren und DLRG<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Katastrophenfall k\u00f6nnen Drohnen viel mehr, als nur bewegte Bilder liefern! Das beweisen Ingenieure und Einsatzkr\u00e4fte aus den Niederlanden und Deutschland, die im Interreg VI A-Projekt \u201eEmergency Drone\u201c zusammenarbeiten. Gemeinsam entwickeln sie mehrere Drohnentechnologien zur Errichtung eines Ad-Hoc-Kommunikationsnetzwerks zur Fr\u00fcherkennung von Waldbr\u00e4nden und zum Aufsp\u00fcren ertrunkener Personen. Da dieses Projekt besonders in der Grenzregion von gro\u00dfer Bedeutung ist und zudem die grenz\u00fcbergreifende Zusammenarbeit f\u00f6rdert, wurde es als Projekt von strategischer Bedeutung definiert und spielt innerhalb des Interreg-Programms Deutschland-Nederland eine wichtige Rolle. Gemeinsam werden bestehende Herausforderungen angegangen, um im Katastrophenfall vorbereitet zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Funkdrohnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fall von \u00dcberschwemmungen oder anderen Katastrophen werden h\u00e4ufig Funkmasten zerst\u00f6rt. Folglich brechen die Kommunikationsnetzwerke zusammen: B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger k\u00f6nnen keinen Notruf absetzen und die Koordinierung der Einsatzkr\u00e4fte ist erheblich erschwert. Um die M\u00f6glichkeit, sich zu verst\u00e4ndigen, wiederherzustellen, werden deshalb bislang Notfall-Funkt\u00fcrme errichtet. Im Zuge des Projekts \u201eEmergency Drone\u201c wird nun eine alternative Technologie zur Errichtung von Notfall-Kommunikationsnetzwerken entwickelt: Hier wird g\u00e4nzlich auf Funkt\u00fcrme verzichtet, stattdessen l\u00e4sst man eine Reihe von Funkdrohnen \u00fcber dem Katastrophengebiet fliegen. Die Drohnen schweben \u00fcber Tage hinweg dauerhaft an jeweils gleichbleibenden Positionen in ca. 50 bis 100 m H\u00f6he, bilden eine Funk\u00fcbertragungskette und bauen auf der Fl\u00e4che unter ihnen ein Kommunikationsnetz auf. \u00dcber Kabel werden sie von auf dem Boden aufgestellten mobilen Generatoren mit Strom versorgt. Da die Drohnen kompakter sind als Funkt\u00fcrme und im Handumdrehen in den Himmel aufsteigen k\u00f6nnen, kann das lebensrettende Kommunikationsnetzwerk in k\u00fcrzester Zeit eingerichtet werden. Die Schnelligkeit ist der gr\u00f6\u00dfte Vorteil der Drohnentechnologie. Bei der Hochwasserkatastrophe im Aartal 2021, aber auch beim Weihnachts-\/Neujahrshochwasser 2023\/24 stellte die zusammengebrochene Kommunikationsinfrastruktur wieder einmal eine gro\u00dfe Herausforderung dar. Das Ad-Hoc-Kommunikationsnetzwerk der Funkdrohnen kann die Arbeit der Einsatzkr\u00e4fte in Zukunft vereinfachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Entwicklung der Funkdrohnentechnologie wird Wert auf eine sichere und datenschutzgerechte Kommunikation gelegt. \u00dcber das von den Drohnen aufgespannte lokale Multi-Hop-Funknetzwerk lassen sich mehrere Video-Streams gleichzeitig \u00fcber viele Kilometer Distanz robust \u00fcbertragen. Diese Daten werden an die mobile Einsatzleitzentrale vor Ort \u00fcbermittelt, welche mit dem fliegenden Netzwerk verbunden ist und dieses kontrolliert. Dar\u00fcber hinaus soll sich die Funkstrecke an ihren Endknoten \u00fcber eine Richtfunkstrecke mit weiter entfernten intakten Mobilfunk-Basisstationen (4G\/ 5G) oder freien WLAN-Accesspoints verbinden k\u00f6nnen, um sich an das Internet anzuschlie\u00dfen. Die Verwendung einer zentralen Starlink-Bodenstation zur Anbindung der lokalen Funkstrecke an das Satelliten-Internet soll ebenfalls getestet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aufsp\u00fcren von K\u00f6rpern im Wasser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch f\u00fcr die DLRG bieten Drohnen viel Potenzial: Bei der Suche nach Ertrinkenden und toten K\u00f6rpern in einem Gew\u00e4sser sollen Drohnen und ferngesteuerte Boote die Einsatzkr\u00e4fte unterst\u00fctzen. Kleine B\u00f6tchen sollen selbstst\u00e4ndig die Wasseroberflache absuchen und mit ihren Sensoren unter der Wasseroberfl\u00e4che nach Auff\u00e4lligkeiten suchen. Bei Verdacht auf eine Person oder einen K\u00f6rper wird automatisch eine Drohne zum besagten GPS-Punkt beordert. Diese l\u00e4sst an der Stelle \u00fcber ein Seil eine 360\u00b0-Kamera ins Wasser hinab und die Einsatzkr\u00e4fte k\u00f6nnen anhand des Bildmaterials kontrollieren, ob es sich tats\u00e4chlich um einen K\u00f6rper handelt. Erst dann sollen menschliche Taucher zum Einsatz kommen. Da die Taucher durch die Vorarbeit der Drohnen nicht das gesamte Gew\u00e4sser absuchen m\u00fcssen, sondern lediglich selektiv an bestimmten Stellen ins Wasser gehen m\u00fcssen, spart die Drohnentechnologie sehr viel Zeit und personelle Ressourcen. Auch unter emotionalen Gesichtspunkten ist die Drohnentechnologie von Vorteil: Durch die Kamerabilder wei\u00df der Taucher, was ihn unter Wasser erwarten wird und kann sich darauf einstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Waldbranderkennung mit KI<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drohnen zur Pr\u00e4vention von Waldbr\u00e4nden werden ebenfalls im Rahmen von \u201eEmergency Drone\u201c entwickelt: Die Aufkl\u00e4rungsdrohnen steigen in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden automatisch aus ihren Ladeboxen in den Himmel, um die gef\u00e4hrdeten Waldgebiete selbstst\u00e4ndig abzuscannen. Die von den Drohnen generierten Daten werden in Echtzeit von einer k\u00fcnstlichen Intelligenz analysiert, sodass die anstrengende und personalintensive \u00dcberwachung der Kamerabilder den Feuerwehren erspart bleibt. Auch die K\u00fcnstliche Intelligenz wird im Rahmen von \u201eEmergency Drone\u201c weiterentwickelt, sodass sie z.B. Grillpl\u00e4tze und Rauchschwaden durch landwirtschaftliche Arbeit von echten Waldbr\u00e4nden unterscheiden kann. Um ein gro\u00dffl\u00e4chiges Terrain in kurzer Zeit scannen zu k\u00f6nnen, soll das Zusammenspiel mehrerer Drohnen in einem Drohnenschwarm perfektioniert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Grenz\u00fcbergreifende Kooperation von Entwicklern und Feuerwehren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEmergency Drone\u201c wird im Rahmen von Interreg VI A von der Europ\u00e4ischen Union und den Interreg-Partnern finanziell gef\u00f6rdert. Dies erm\u00f6glicht den beteiligten Firmen und Institutionen, innovative Technologien zur Bew\u00e4ltigung des Klimawandels zu entwickeln und langfristige Kontakte mit den niederl\u00e4ndischen Projektpartnern zu kn\u00fcpfen. Der Leadpartner DNL-contact GmbH &amp; Co KG ist f\u00fcr das Projektmanagement des mit 5,2 Millionen Euro budgetierten Projekts verantwortlich. Die Hochschule Rhein-Waal, RF-Frontend GmbH und GeSa mbH aus Deutschland arbeiten bei der Entwicklung der Drohnentechnologien eng zusammen mit den niederl\u00e4ndischen Partnern Robor Electronics BV und Spectro-AG BV. Auch die Feuerwehr- und Rettungsakademie Bocholt, die DLRG-Ortsgruppe K\u00f6ln-D\u00fcnnwald und die Veiligheidsregio Twente, zu der die Feuerwehr Twente geh\u00f6rt, sind ein fester Teil des Projektkonsortiums: Ausgehend von ihren Erfahrungen in der Praxis beraten sie die Entwickler und testen die Prototypen in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Anwendungen auf die Bed\u00fcrfnisse der Einsatzkr\u00e4fte abgestimmt sind und Beh\u00f6rden und Organisationen auf beiden Seiten der Grenze in Zukunft von den Projektergebnissen profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonderen Wert legt das Projekt auf die Anwenderfreundlichkeit der Drohnentechnologien: So wird eine spezielle Flugbetriebssoftware entwickelt, die im Gegensatz zur Standardsoftware auf die vielf\u00e4ltigen Eins\u00e4tze der Beh\u00f6rden und Organisationen abgestimmt werden kann. Der Nutzer w\u00e4hlt z.B. das Szenario des Hochwassers aus, wobei alle Optionen und Einstellungen, die f\u00fcr den Hochwassereinsatz nicht erforderlich sind, im Hintergrund verschwinden. Das macht die Bedienung benutzerfreundlich und \u00fcbersichtlich und wird auch ehrenamtlichen Kr\u00e4ften den Einsatz von Drohnen erleichtern. Durch die Nutzung von Standard-Endger\u00e4ten wie Smartphones und Tablets werden die Einsatzkr\u00e4fte keine spezielle Hardware ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Startschuss des \u201eEmergency Drone\u201c-Projekts fiel im Oktober 2023, die Projektlaufzeit dauert noch bis Herbst 2027 an. Ziel ist, die genannten Drohnentechnologien auf ein deutlich h\u00f6heres Entwicklungslevel zu bringen. Die Drohnenfunkstrecke wollen die Projektpartner nach Ablauf der Projektlaufzeit weiterentwickeln, um sie ca. 2029 als fertiges Produkt auf den Markt bringen zu k\u00f6nnen. Auch die anderen Anwendungen sollen im Anschluss an das Projekt zeitnah in den Handel gebracht werden, sodass m\u00f6glichst viele Einsatzkr\u00e4fte von ihnen profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Emergency Drone wurde im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland als strategisches Projekt definiert. Sie m\u00f6chten mehr dar\u00fcber erfahren? Dann werfen Sie einen Blick auf <a href=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/project-strategic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">diese Seite<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsch-niederl\u00e4ndisches Team entwickelt Technologien f\u00fcr Feuerwehren und DLRG Im Katastrophenfall k\u00f6nnen Drohnen viel mehr, als nur bewegte Bilder liefern! Das beweisen Ingenieure und Einsatzkr\u00e4fte aus den Niederlanden und Deutschland, die im Interreg VI A-Projekt \u201eEmergency Drone\u201c zusammenarbeiten. Gemeinsam entwickeln sie mehrere Drohnentechnologien zur Errichtung eines Ad-Hoc-Kommunikationsnetzwerks zur Fr\u00fcherkennung von Waldbr\u00e4nden und zum Aufsp\u00fcren ertrunkener Personen. 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