

{"id":36866,"date":"2020-09-11T11:57:00","date_gmt":"2020-09-11T08:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.deutschland-nederland.eu\/?p=36866"},"modified":"2023-12-19T17:45:57","modified_gmt":"2023-12-19T14:45:57","slug":"30-jahre-interreg-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/30-jahre-interreg-7\/","title":{"rendered":"30 Jahre INTERREG"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>INTERREG ist das Flaggschiff der EU f\u00fcr die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit auf regionaler und nationaler Ebene zum Nutzen aller EU-B\u00fcrger. Es wurde 1990 ins Leben gerufen und hat bewiesen, dass Grenzen keine Hindernisse sind. Es hat die Europ\u00e4er n\u00e4her zusammengebracht, indem es dazu beigetragen hat, gemeinsame Herausforderungen anzugehen und neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit zu schaffen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>INTERREG Deutschland-Nederland setzt sich insbesondere, auf vielen verschiedenen Gebieten, f\u00fcr die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit in der deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenzregion ein. Heute stellen wir Ihnen ein touristisches Projekt vor, das mithilfe von INTERREG verwirklicht werden konnte.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"185\" src=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Stefanie-Terbeck-300x185-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-35802\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stefanie Terbeck, Projektkoordinatorin<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"185\" src=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Ramon-Porskamp-300x185-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-35805\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ramon Porskamp, Projektkoordinator<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Im Fokus: Das INTERREG-Projekt \u201eGrenzenlose Touristische Innovation 2\u201c<\/strong><br>Der Tourismussektor steht vor gro\u00dfen Herausforderungen. Die \u00e4u\u00dferst dynamische digitale Entwicklung schreitet weiter voran und der Verbraucher erwartet ma\u00dfgeschneiderte Angebote. Touristikunternehmen und -organisationen m\u00fcssen daher auf digitale Trends und Neuerungen in der eigenen Branche reagieren, wie z.B. die Arbeit mit Videoinhalten oder Influencern. Das INTERREG-Projekt \u201eGrenzenlose Touristische Innovation 2 (GTI 2)\u201c hilft Unternehmern durch ihre Begleitung und Beratung dabei, sich im Tourismussektor zu etablieren. Ziel dieses Projekts ist es, die Zahl der Besucher, \u00dcbernachtungen und Ausgaben aus dem Nachbarland zu erh\u00f6hen. Die Projektpartner sind Stichting Gelderland Toerisme, Toerisme VAN, Stichting Achterhoek Toerisme, Marketing Oost, RBT Rivierenland, NBTC Holland Marketing und auf deutscher Seite Grafschaft Bentheim Tourismus e.V., M\u00fcnsterland e.V., Tourismusverband Osnabr\u00fccker Land e.V. und die EUREGIO. Wir haben mit den Projektkoordinatoren Ramon Porskamp und Stefanie Terbeck gesprochen. Gemeinsam mit ihren Kollegen bei der EUREGIO in Gronau und den Kollegen bei den Projektpartnern begleiten sie die Durchf\u00fchrung des Projekts.<br><em><br><\/em><strong>1. Was hat INTERREG f\u00fcr den touristischen Sektor m\u00f6glich gemacht?<\/strong><br>Ramon Porskamp:&nbsp;Als ich 2008 hier anfing, hat man sich in der Tourismusbranche noch nicht so sehr mit dem Nachbarland und dessen Marketing befasst. Der Schwerpunkt lag vor allem auf dem Inland. So waren beispielsweise viele Websites noch nicht in der Sprache des Nachbarlandes online. Das ist heutzutage ganz anders..<br>Stefanie Terbeck: Au\u00dferdem ist bei den Menschen das Bewusstsein gewachsen, dass das Nachbarland wirklich ein sch\u00f6nes Urlaubsland ist. Man muss nicht unbedingt weit weg fahren, um einen sch\u00f6nen Urlaub zu haben. Die Niederlande haben f\u00fcr Deutsche viel zu bieten und umgekehrt.<br>Ramon Porskamp:&nbsp;Ich glaube auch, dass wir gemeinsam mit unseren niederl\u00e4ndischen und deutschen regionalen Partnern die Denkweise der Menschen etwas ver\u00e4ndert haben. Das Interesse f\u00fcreinander ist gestiegen, und auch die Regionen richten ihre Marketingaktivit\u00e4ten immer st\u00e4rker auf das Nachbarland aus, um so mehr G\u00e4ste anzuziehen.<br><em><br><\/em><strong>2. Was bedeutet INTERREG f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich?<\/strong><br>Stefanie Terbeck: F\u00fcr mich pers\u00f6nlich bedeutet das, dass ich einen sehr sch\u00f6nen Arbeitsplatz bekommen habe und ich ebenfalls vom Marketing im Tourismussektor profitieren kann. Ich selbst kenne mich jetzt besser aus, wie man die sch\u00f6nen Orte in den Niederlanden findet. Au\u00dferdem habe ich eine neue Sprache gelernt!<br>Ramon Porskamp: Ich konnte auch viel mehr \u00fcber Deutschland erfahren. Bei uns geht es vor allem um Tourismus, Erholung und deren Vermarktung, aber ich habe auch gelernt, wie zum Beispiel deutsche Organisationen mit niederl\u00e4ndischen G\u00e4sten und Marketing umgehen und umgekehrt. Das erlebt man nicht jeden Tag. Dar\u00fcber hinaus sehen wir programmweit auch andere sehr interessante laufende Projekte, die sicher einen sinnvollen Beitrag zur grenz\u00fcberschreitenden Zusammenarbeit leisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. K\u00f6nnen Sie auch feststellen, dass in der jetzigen Coronazeit mehr Menschen im Nachbarland Urlaub machen? Wenn ja, woran merkt man das?<br><\/strong>Ramon Porskamp:&nbsp;Wir selbst merken es nicht direkt, weil wir kein Buchungsservice sind. Nat\u00fcrlich schauen wir uns die Statistiken an und diese Zahlen zeigen nun, dass mehr Interesse an der Buchung eines Urlaubs im Nachbarland besteht. Corona wird da sicherlich eine Rolle gespielt haben, aber in den letzten Jahren haben wir auch schon eine Zunahme von deutschen Urlaubern gesehen, die in die Niederlande fahren, um dort ihren Urlaub zu verbringen. Was wir aber deutlich sehen ist, dass die Besuche auf unserer Website enorm zugenommen haben. Normalerweise m\u00fcssen wir viel mehr in das Marketing investieren, um sichtbar zu bleiben, aber jetzt finden uns die Menschen von allein. Auch luxuri\u00f6sere Unterk\u00fcnfte mit z.B. privaten Sanit\u00e4ranlagen sind enorm popul\u00e4r geworden. Der Begriff \u201ePrivatsanit\u00e4r\u201c ist in Deutschland wirklich zu einem Suchbegriff geworden und hat uns online viele zus\u00e4tzliche Besucher beschert.<br>Stefanie Terbeck:&nbsp;Tats\u00e4chlich besteht die Vermutung, dass viel mehr Menschen im Nachbarland Urlaub machen. Die Zahlen zeigen auch, dass Niederl\u00e4nder und Deutsche in der aktuellen Coronazeit h\u00e4ufig in einem Radius von 200 km um ihren Wohnort herum Urlaub machen. In der Grenzregion findet man sich dann nat\u00fcrlich schon mal schnell im Nachbarland wieder. Dar\u00fcber hinaus wurden in letzter Zeit viele Marketingkampagnen mit der Botschaft gestartet, dass es wieder erlaubt ist, in den Niederlanden oder Deutschland Urlaub zu machen. Die Grafschaft Bentheim und die Stadt Bentheim sind hier z.B. aktiv und erfolgreich t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. K\u00f6nnen Sie ein Ereignis beschreiben, das Sie im Verlauf des Projekts besonders beeindruckt hat?<\/strong><br>Ramon Porskamp:&nbsp;Eigentlich ist das die Situation, in der wir uns gerade befinden. Wir haben das noch nie zuvor erlebt, und es hat solch enorme Auswirkungen auf unsere Branche. Die gesamte Jahresplanung musste wegen Corona umgeworfen werden. Viele Vorbereitungen schienen leider vergebens gewesen zu sein, weil es keine Vorsaison gab.<br>Stefanie Terbeck:&nbsp;Der Lockdown stellte unser gesamtes Projekt in Frage. Das, was wir jeden Tag tun, n\u00e4mlich Menschen \u00fcber die Grenze hinweg zusammenzubringen, war pl\u00f6tzlich nicht mehr m\u00f6glich. Das Marketing fiel weg und wir konnten die Unternehmer auch nicht mehr auf die Saison vorbereiten. All diese Netzwerktreffen f\u00fcr Unternehmen, wo man voneinander lernen sollte, fielen weg. Letztendlich haben wir beschlossen, Online-Workshops einzurichten, um auf diese Weise doch noch das Beste herauszuholen und aktiv zu bleiben. Wir haben zum Beispiel auch Inspirationsbeitr\u00e4ge in sozialen Medien ver\u00f6ffentlicht. Nat\u00fcrlich sehr vorsichtig und mit der Botschaft, zu Hause zu bleiben. Auf diese Weise haben wir uns auf eine sehr digitale Reise begeben, auf die wir positive Reaktionen erhalten haben. F\u00fcr uns war es eine Gelegenheit, sichtbar zu bleiben, aber gleichzeitig nicht zu einladend zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Welche M\u00f6glichkeiten der grenz\u00fcberschreitenden Zusammenarbeit in der Tourismusbranche k\u00f6nnen in Zukunft noch genutzt werden?<\/strong><br>Stefanie Terbeck:&nbsp;Eine Herausforderung f\u00fcr die Zukunft besteht darin, dass die Unternehmen 1 zu 1 miteinander in Kontakt bleiben. Wir geben ihnen dann den ersten Ansto\u00df und sorgen daf\u00fcr, dass sie sich finden und dann ihre Zusammenarbeit selbst\u00e4ndig fortsetzen k\u00f6nnen. Ich sehe jedoch, dass f\u00fcr Unternehmen immer noch der Bedarf an einer zentralen Anlaufstelle besteht, die behilflich ist mit Beratungen, Schulungen und bei Fragen zum Thema Digitalisierung. Es gibt vor allem auch einen hohen Bedarf an Schulungen \u00fcber den von uns organisierten Nachbarmarkt\/<em>naburige markt<\/em>.<br>Ramon Porskamp:&nbsp;Ja, dann wird einem schnell klar, dass es doch notwendig ist, eine \u00fcbergeordnete Partei zu haben, die \u00fcber regionale, provinziale und nationale Grenzen hinweg blickt und verbindet. Ein Beispiel daf\u00fcr sind die Treffen der so genannten Routenagenturen. Bei der Entwicklung von Routennetzwerken wird mehr und mehr darauf geachtet, ob und wie sie an das Netzwerk im Nachbarland angeschlossen werden k\u00f6nnen. So wird im M\u00fcnsterland derzeit an der Errichtung eines Fahrrad-Knotenpunktesystems gearbeitet, das an das niederl\u00e4ndische System in Twente und an der Achterhoek anschlie\u00dft. Aber was passiert, wenn sich im Netzwerk an der Grenze etwas \u00e4ndert? Werden Beschilderung und Wegweiser in digitalen Routenplanern automatisch angepasst? Manchmal geht es nur darum, sich gegenseitig eben wissen zu lassen, was man macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INTERREG ist das Flaggschiff der EU f\u00fcr die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit auf regionaler und nationaler Ebene zum Nutzen aller EU-B\u00fcrger. 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