

{"id":36838,"date":"2020-10-22T11:27:00","date_gmt":"2020-10-22T08:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.deutschland-nederland.eu\/?p=36838"},"modified":"2023-12-19T17:26:17","modified_gmt":"2023-12-19T14:26:17","slug":"30-jahre-interreg-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/30-jahre-interreg-6\/","title":{"rendered":"30 Jahre INTERREG"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Eine ges\u00fcndere Grenzregion. Daran arbeiten die health-i-care-Projektpartner jeden Tag. Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung innovativer Produkte und Technologien, die die Bev\u00f6lkerung vor Infektionen sch\u00fctzen, insbesondere vor Infektionen durch Antibiotika-resistente Mikroorganismen. W\u00e4hrend des Projekts wurden 30 erfolgreiche Innovationen abgeschlossen, von denen einige bereits auf den Markt gebracht wurden. Die Innovationen werden haupts\u00e4chlich in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenh\u00e4usern, Pflegeheimen, Laboren oder Gesundheits\u00e4mtern genutzt. Pr\u00e4vention ist oft nicht sofort sichtbar und daher scheinen die Innovationen manchmal der \u00d6ffentlichkeit etwas verborgen zu bleiben. Sie werden jedoch dringend ben\u00f6tigt, um das Auftreten von Gesundheitsrisiken zu verhindern und uns vor schweren Infektionskrankheiten wie COVID-19 zu sch\u00fctzen. Projektleiter Prof. Dr. Alex Friedrich und Projektkoordinatorin Dr. Corinna Glasner vom Universit\u00e4tsklinikum Groningen (UMCG) sprachen in einem Interview dar\u00fcber, was ihnen das INTERREG-Programm erm\u00f6glicht und warum dieses Projekt so wichtig ist.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Was hat INTERREG dem Gesundheitssektor erm\u00f6glicht?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-ad2f72ca wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"has-text-align-left\">Prof. Dr. Alex Friedrich: For me, INTERREG is primarily an instrument for cross-border cooperation. Health care in Europe is strongly organised on a national level, while infectious diseases do not stop at national borders. This is why the EU Treaty of Lisbon also wants to ensure that care and facilities in border regions are interwoven and that cross-border risks such as infectious diseases are jointly combated. INTERREG also offers the opportunity to actively participate in these cooperation projects in the health sector and to build up networks. In addition, INTERREG enables us to use cross-border infrastructures. The benefits of this have also become clear recently when Dutch patients with COVID-19 received help in German intensive care units, especially just across the border. This would not have been possible if the relationship of trust between the Dutch and German health institutions had not yet been sufficiently established.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Corinna Glasner: As Alex said, there are treaties such as the Lisbon Treaty, which contain decisions that officially enable cross-border cooperation in the health sector. However, one can see that unfortunately it is often not so easy to put this into practice. The added value of INTERREG is that this programme offers the possibility to actually address and implement such cooperation. INTERREG makes cross-border cooperation tangible and applicable. INTERREG enables cooperation across borders.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Was bedeutet INTERREG f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Alex Friedrich:\u00a0Durch INTERREG habe ich mein ganz pers\u00f6nliches INTERREG-Abenteuer erlebt. Fr\u00fcher war ich Projektleiter am Universit\u00e4tsklinikum M\u00fcnster, jetzt bin ich Projektleiter am UMCG. Ohne INTERREG w\u00e4re das nicht ohne weiteres passiert. INTERREG ermutigte mich, auch die Nachbarn auf der anderen Seite der Grenze zu betrachten, was mir neue T\u00fcren ge\u00f6ffnet hat.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"862\" height=\"806\" src=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Corinna-Glasner_health-i-care.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-35779\" style=\"width:700px\" srcset=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Corinna-Glasner_health-i-care.png 862w, https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Corinna-Glasner_health-i-care-300x281.png 300w, https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Corinna-Glasner_health-i-care-768x718.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 862px) 100vw, 862px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Corinna Glasner, Projektkoordinatorin<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Dr. Corinna Glasner:\u00a0Ich bin Deutsche, in der Grenzregion aufgewachsen. Ich bin f\u00fcr mein Studium nach Groningen gekommen und lebe jetzt, nach mehreren kleinen Abenteuern im Ausland, dank INTERREG seit 4 Jahren aktiv in und mit unserer Grenzregion. F\u00fcr mich ist unser Grenzgebiet wirklich zu einer eigenen Region geworden und Deutschland und die Niederlande werden aus meiner Sicht nicht mehr so sehr separat voneinander betrachtet. Ich habe hier in unserer Grenzregion wirklich meinen Platz gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Inwiefern tr\u00e4gt das health-i-care-Projekt zu einer ges\u00fcnderen Grenzregion in den Niederlanden und in Deutschland bei?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Prof. Dr. Alex Friedrich:&nbsp;Mit health-i-care haben wir es geschafft nicht nur die nationale Grenze zwischen den zwei L\u00e4ndern, sondern vor allem auch die Grenze zwischen den Sektoren (Gesundheit, Wissenschaft und Wirtschaft) zu \u00fcberschreiten, mit dem gemeinsamen Ziel, Menschen vor Infektionen und Antibiotikaresistenzen zu sch\u00fctzen. Wir bringen Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammen. Wissenseinrichtungen, die intern \u00fcber die richtigen wissenschaftlichen Kenntnisse verf\u00fcgen, Unternehmen, die medizinische Innovationen entwickeln und diese auf den Markt bringen k\u00f6nnen, und die verschiedenen Arbeitsfelder wie Krankenh\u00e4user, Pflegeheime und h\u00e4usliche Pflege, die letztendlich die neuen Entwicklungen anwenden m\u00fcssen. Wenn diese drei Spieler zusammenkommen und zusammen \u00dcberlegungen anstellen, dann erst erh\u00e4lt man Entwicklungen, die wirklich anwendbar sind. Erfolgreiche Projekte sind nicht nur auf einen Sektor ausgerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Corinna Glasner:&nbsp;Voneinander zu lernen und erfolgreich zusammen zu arbeiten ist wichtig beim \u00dcberqueren beider Grenzen. Und dazu ist es in unserem Fall auch \u201eges\u00fcnder\u201c \u2013 eine \u201egesunde Grenzregion\u201c. Manchmal sehen wir etwas im Krankenhaus oder beim Hausarzt, das in Deutschland sehr gut funktioniert, aber nicht in den Niederlanden oder umgekehrt. Man hat es mit einer anderen Kultur und anderen Gesetzen zu tun, aber wir versuchen immer, unterschiedliche Aspekte einer Idee neu miteinander zu verkn\u00fcpfen und dann anzuwenden. Wenn etwas nicht sofort funktioniert, probieren wir etwas Anderes aus und bekommen dadurch immer neue Erkenntnisse. Aufgrund der unterschiedlichen Dimensionen des health-i-care-Projekts gibt es auch viele verschiedene Wege, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-content-justification-right is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-fd526d70 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"862\" height=\"403\" src=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Alex-Friedrich_health-i-care.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-35782\" srcset=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Alex-Friedrich_health-i-care.png 862w, https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Alex-Friedrich_health-i-care-300x140.png 300w, https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Alex-Friedrich_health-i-care-768x359.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 862px) 100vw, 862px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Prof. Dr. Alex Friedrich, Projektleiter<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>In dem im August letzten Jahres ver\u00f6ffentlichten Video des health-i-care-Projekts wird das Thema H\u00e4ndehygiene er\u00f6rtert. Merken Sie, dass dieses Thema aufgrund der aktuellen Coronakrise noch wichtiger geworden ist?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Alex Friedrich:&nbsp;Antibiotikaresistenz ist nat\u00fcrlich auch ein Infektionsproblem, da Mikroorganismen auch \u00fcbertragen werden und zu Infektionen f\u00fchren k\u00f6nnen. Die \u00dcbertragung der Mikroorganismen kann beispielsweise \u00fcber die H\u00e4nde erfolgen. Dies bedeutet, dass die Innovationen, die wir auf dem Gebiet der H\u00e4ndehygiene entwickeln, auch zum Schutz der Menschen vor anderen Infektionen, sicherlich auch vor COVID-19, sinnvoll eingesetzt werden k\u00f6nnen. Die Arbeit an der Pr\u00e4vention von Antibiotikaresistenzen ist auch eine Vorbereitung auf die wirklich gro\u00dfen Risiken. Das Wissen, die Netzwerke und die Infrastruktur, die dadurch aufgebaut wurden, erm\u00f6glichen es uns, uns besser gegen schwere Infektionskrankheiten zu sch\u00fctzen, wie dies jetzt der Fall ist. Wir sehen auch, dass die Grenzregion hier, in der wir seit mehr als 10 Jahren an Projekten zur Antibiotikaresistenz arbeiten, bisher weniger von Corona betroffen ist. Ich denke, unsere Arbeit hat in den letzten Jahren auch teilweise dazu beigetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Corinna Glasner:&nbsp;Was ich auch beobachtet habe und was vorhergesagt wird, ist, dass die allgemeine Grippesaison auch k\u00fcrzer als erwartet sein soll, weil wir in letzter Zeit der H\u00e4ndehygiene so viel Aufmerksamkeit geschenkt haben. Was wir zum Beispiel bei health-i-care gemacht haben, ist, das Thema H\u00e4ndehygiene bei Kindern aufzugreifen, da man Menschen am besten so fr\u00fch wie m\u00f6glich beibringen sollte, wie wichtig H\u00e4ndehygiene ist. Es wurden zum Beispiel ein Handwaschspiel (<a href=\"https:\/\/www.goviralgo.nl\/han-de-wasbeer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.goviralgo.nl\/han-de-wasbeer<\/a>) und Lehrmaterial entwickelt, um Kindern das H\u00e4ndewaschen mittels Videos und Musik beizubringen, und ein Seifenspender f\u00fcr Kinder wurde ebenfalls eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist Ihrer Meinung nach der konkrete Mehrwert der niederl\u00e4ndisch-deutschen Zusammenarbeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Alex Friedrich:&nbsp;Kurzfristig bedeutet dies, zwei Systeme grenz\u00fcberschreitend miteinander zu verkn\u00fcpfen. Sie treffen sich und es entstehen Verbindungen, die vorher nicht m\u00f6glich waren. Durch unsere Kontakte in Oldenburg werden beispielsweise auch Kontakte nach Hannover und Berlin hergestellt. Die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit ist die Grundlage f\u00fcr die Entwicklung, in der neues Wissen, Ideen, Produkte und Innovationen in allen Formen geschaffen werden k\u00f6nnen. Die Grenze ist eigentlich etwas sehr Unnat\u00fcrliches. Langfristig kann Europa nur durch grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit gest\u00e4rkt werden. Es geht um die gemeinsame Heimat Europa, in der wir leben \u2013 und ohne Grenzen zu \u00fcberschreiten, bleiben wir alle klein und anf\u00e4llig f\u00fcr gro\u00dfe wirtschaftliche Risiken, aber auch f\u00fcr Gesundheitsrisiken wie COVID-19 derzeit deutlich macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Corinna Glasner:&nbsp;Der Mehrwert f\u00fcr mich ist, dass man Chancen nutzt, die tats\u00e4chlich sehr nahe liegen. Es hat sich in anderen Bereichen gezeigt, wie chancenreicher, effizienter und einfach besser es ist, wenn man in allem, was man tut, Vielfalt hat. Die Welt wird sehr international, aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, auch unsere unmittelbaren Nachbarn genau zu betrachten. Im allt\u00e4glichen Leben machen wir das auch und mit Grenznachbarn ist es nicht anders. Man hat hier die M\u00f6glichkeiten vor der Haust\u00fcr und damit auch jene M\u00f6glichkeiten, die beispielsweise ein INTERREG-Programm bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Schauen Sie sich hier das Projektvideo an, um mehr Informationen zu erhalten:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"health-i-care projectfilm\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1GhwZJP82Dk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine ges\u00fcndere Grenzregion. Daran arbeiten die health-i-care-Projektpartner jeden Tag. 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