

{"id":36526,"date":"2021-02-24T14:58:00","date_gmt":"2021-02-24T11:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.deutschland-nederland.eu\/?p=36526"},"modified":"2023-12-19T15:15:49","modified_gmt":"2023-12-19T12:15:49","slug":"karriere-im-nachbarland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/karriere-im-nachbarland\/","title":{"rendered":"Karriere im Nachbarland"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Interreg-Projekt \u201eCross Border Talent\u201c wurde 2016 ins Leben gerufen, um international ambitionierte Unternehmen im deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenzgebiet zu unterst\u00fctzen, indem man Studierende aus dem Nachbarland mit ihnen zusammenbringt, damit diese dort ihre Bachelor- oder Masterarbeit schreiben. Diese internationalen Talente helfen Unternehmen beim Markteintritt im Nachbarland und f\u00f6rdern die internationale Zusammenarbeit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Projekt h\u00e4lt somit die Studierenden auch nach ihrem Abschluss in der Grenzregion. Die Studierenden erhalten n\u00e4mlich die Chance, nach der Bachelor- oder Masterarbeit als Trainee eine weitere Karriere in dem Unternehmen aufzubauen, wo sie die Abschlussarbeit geschrieben haben. Dadurch wurden insgesamt 34 neue Arbeitspl\u00e4tze geschaffen. Das Projekt befindet sich inzwischen in der Endphase, aber die Projektpartner blicken jetzt schon positiv auf die 60 Matches zur\u00fcck, die sich aus dem Projekt ergeben haben. Die Projektpartner Sascha Leuftink von Saxion, Sarah Sch\u00f6nfelder von der Fachhochschule M\u00fcnster und Juliane Wessling von der Hochschule Osnabr\u00fcck erz\u00e4hlen Ihnen gerne, wie sie die vergangenen Jahre im Projekt erlebt haben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"391\" height=\"260\" src=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Sascha-Leuftink-391x260-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36532\" srcset=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Sascha-Leuftink-391x260-1.jpg 391w, https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Sascha-Leuftink-391x260-1-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sascha Leuftink \u2013 Saxion Hogeschool<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"184\" src=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Sarah-en-Juliane-300x184-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36535\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sarah Sch\u00f6nfelder \u2013 Fachhochschule M\u00fcnster &amp; Juliane Wessling \u2013 Hochschule Osnabr\u00fcck<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Interreg-Projekt kam unter anderem zustande, weil die Arbeitgeber gro\u00dfen Bedarf an Fachkr\u00e4ften aus dem Nachbarland zeigten. Warum sind diese Fachkr\u00e4fte so begehrt?<\/em><br>Vor allem wegen des Bed\u00fcrfnisses, im Nachbarland aktiv zu werden. Wenn Sie aus kommerzieller Sicht einen neuen Markt erschlie\u00dfen wollen, ist die beste Methode, daf\u00fcr einen Muttersprachler einzusetzen, der das Land, die Sprache und die Kultur kennt und versteht. Gerade die Niederlande und Deutschland liegen so nah beieinander, dass man ohne weiteres sagen kann, dass ein Mitarbeiter ein paar Tage in der Woche im B\u00fcro des Unternehmens verbringt und so nah am Arbeitgeber zu sein, w\u00e4hrend er auf der anderen Seite ein paar Tage damit verbringt, den Markt zu erkunden und Kunden im Nachbarland zu besuchen. Es ist von gro\u00dfem Vorteil, wenn man das kombinieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Sie bringen Studierende mit einem deutschen oder niederl\u00e4ndischen Arbeitgeber zusammen. Ist es normalerweise schwierig f\u00fcr Studierende und Unternehmen, ohne einen Vermittler einen passenden Match zu finden?<\/em><br>Ja, das ist es sicherlich. Wir waren uns dessen vorher nicht wirklich bewusst, weil wir schon seit einigen Jahren in der deutsch-niederl\u00e4ndischen Gesch\u00e4ftswelt aktiv waren. Trotzdem stellen wir um uns herum fest, dass f\u00fcr viele Menschen die Grenze immer noch da ist. Dann f\u00e4llt es schwer, den ersten Schritt zu tun, z.B. irgendwo eine deutsche Stelle auszuschreiben oder sich auf eine Stelle zu bewerben und man stellt doch fest, dass Unternehmen und Studenten einen Vermittler brauchen, der ihnen den Weg frei macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Man sieht, dass sich heutzutage viele Studierende w\u00e4hrend ihres Studiums f\u00fcr einen Auslandsaufenthalt entscheiden, aber oft weit weg von hier, z.B. Spanien, Australien oder Amerika. Warum denken Sie, ist es eine \u00dcberlegung wert, sich f\u00fcr ein Auslandsemester im Nachbarland zu entscheiden?<\/em><br>Das liegt vor allem an der N\u00e4he zum Ausland beiderseits der Grenze (Internationalisierung vor der Haust\u00fcr). Au\u00dferdem bleiben die Studierenden in ihrem gewohnten sozialen Umfeld. Das liegt auch daran, dass das Projekt im Grenzgebiet aktiv ist; man geht nicht nach M\u00fcnchen, Berlin oder Amsterdam. Sie bleiben in der N\u00e4he ihres Wohnortes, so k\u00f6nnen sie immer noch in ihrem eigenen Land wohnen bleiben, wenn sie das m\u00f6chten. Gleichzeitig erleben sie aber auch ein Auslandsabenteuer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wie haben Sie versucht, Studierende davon zu \u00fcberzeugen, ihre Bachelor- oder Masterarbeit im Grenzgebiet durchf\u00fchren zu wollen?<\/em><br>Wir haben das auf verschiedene Art und Weisen versucht. Wir sind an allen drei Hochschulen in den unterschiedlichen Fachbereichen in die Vorlesungen gegangen und haben dort das Projekt vorgestellt. Nach dem wir im Projekt ein bisschen weiter vorangeschritten waren, haben wir intensiv Storytelling betrieben: Studierende, die schon an unserem Programm beteiligt waren, haben bei Vorlesungsbesuchen \u00fcber ihre pers\u00f6nlichen Erfahrungen berichtet. Das hat vor allem auch gut geklappt, weil sie aus der gleichen Zielgruppe kamen und die Studierenden auf der gleichen Ebene angesprochen haben. Dazu haben wir kleine Erkl\u00e4r-Filmchen gedreht, die wir im Internet ver\u00f6ffentlich haben. Und nat\u00fcrlich sind wir auf vielen Veranstaltungen gewesen, wo sich die Studierenden treffen; zum Beispiel gab es an der FH M\u00fcnster einen Stand auf einer Karrieremesse. Wir haben auch versucht die Professoren als Multiplikatoren zu benutzen, da sich Studierende oftmals an dem orientieren, was ihnen in der Vorlesung angeraten wird. Wenn Unternehmen und Projekte aus der Region Aufmerksamkeit bekommen, haben die Studierenden meist ein offenes Ohr und h\u00f6ren zu. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wollten das Projekt vor allem relativ locker und hip darstellen und die Vorteile hervorheben. Ein Studienabschluss beim CBT bedeutet zum Beispiel, dass man an einem Auftrag arbeiten kann, der f\u00fcr das Unternehmen von strategischem Wert ist, und wir haben das Traineeship als \u201eersten Job\u201c angelegt, wobei die Umsetzung von dem, was die Studierenden selbst untersucht haben, sie sehr angesprochen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Mussten Sie auch schon Studierende und\/oder Unternehmen entt\u00e4uschen, weil es keinen passenden Match zu geben schien?<\/em><br>Auf jeden Fall und ziemlich oft sogar. Es haben sich rund 130 Studierende und 125 Unternehmen f\u00fcr das Projekt angemeldet, aber nicht immer konnte ein idealer Partner gefunden werden. Teilgenommen haben Studierende aus verschiedenen Studienrichtungen und Unternehmen aus s\u00e4mtlichen Branchen. Somit hatten wir einen gro\u00dfen Pool, aber je unterschiedlicher die Unternehmen und Studierenden waren, desto schwieriger war es, ein Match zu finden. Manchmal war es wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Der erste Ausgangspunkt war auch, dass der Bedarf des Unternehmens im Vordergrund stand und wir davon ausgehend nach einem Match gesucht haben. Es gab nicht immer einen perfekten Match, aber der Pool war immer sehr gro\u00df, so dass wir auch auf die W\u00fcnsche der Studierenden eingehen konnten. Durch die Ber\u00fccksichtigung dieser W\u00fcnsche waren wir in der Lage, mehr gute Matches zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>K\u00f6nnen Sie uns etwas dar\u00fcber erz\u00e4hlen, wie die Studierenden die Abschlussarbeiten erlebt haben, zum Beispiel im Hinblick auf kulturelle Unterschiede?<\/em><br>Das verlief eigentlich alles erstaunlich reibungslos. Es waren eher die Pers\u00f6nlichkeiten als Kulturen, die aufeinander trafen, obwohl man nat\u00fcrlich nicht immer genau sagen kann, inwieweit die Kultur die Pers\u00f6nlichkeit bestimmt hat. Auch die Aufgabenstellungen boten den Studierenden viele Herausforderungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig war, dass wir nur die Studierenden vermittelt haben, die auch wirklich Lust hatten, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Das Programm ist da f\u00fcr die Leute, die hier im deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenzgebiet verwurzelt sind, und auch bleiben wollen, aber sich doch gerne international orientieren m\u00f6chten. Wir haben sehr genau geschaut, an Unternehmens- und Studierendenseite, dass wir bestm\u00f6glich selektieren und auf Basis von Bedarfen und W\u00fcnschen cross border matchen. Deswegen waren die meisten Studierenden auch sehr zufrieden mit ihrer Abschlussarbeit und dem anschlie\u00dfenden Traineeship.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wie hat Ihnen als Projektpartner die deutsch-niederl\u00e4ndische Zusammenarbeit untereinander gefallen?<\/em><br>Sehr gut. Nat\u00fcrlich kann man einen Unterschied in der Pro-Aktivit\u00e4t und Eigeninitiative erkennen, aber kulturelle Unterschiede haben dabei keine klar erkennbare Rolle gespielt. Manchmal schien der Unterschied zwischen zwei vergleichbaren deutschen Partnern gr\u00f6\u00dfer als zwischen einem niederl\u00e4ndischen und einem deutschen Partner. Daran erkennt man, dass es selbst innerhalb eines Landes gro\u00dfe Unterschiede gibt, wie eine Unternehmenskultur aussieht. Das macht sich beispielsweise bemerkbar, wenn es um Hierarchieunterschiede oder Flexibilit\u00e4t geht. Der Stereotyp, der zu einem Land geh\u00f6rt, entspricht nicht immer dem Unternehmen, das in diesem Land ans\u00e4ssig ist. Au\u00dferdem haben wir festgestellt, dass das Band zwischen unseren Fachhochschulen durch diese Zusammenarbeit gest\u00e4rkt wurde. Wir wissen jetzt, wie wir einander f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Initiativen viel leichter finden k\u00f6nnen, und das ist definitiv eine gute Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Werden die Saxion, die Hochschule Osnabr\u00fcck und die Fachhochschule M\u00fcnster nach dem Ende des Projekts weiterhin Abschlusspraktika im Nachbarland anbieten und\/oder organisieren? Und gibt es daf\u00fcr schon konkrete Pl\u00e4ne?<\/em><br>Ja nat\u00fcrlich, es gibt Pl\u00e4ne f\u00fcr ein gemeinsames Interreg VI-Projekt. Aus den Erfahrungen des CBT-Projekts haben wir bereits erste Ideen entwickelt. Wir werden nun schauen, wie wir diese Ideen zum Thema eines grenz\u00fcberschreitenden Arbeitsmarktes weiterentwickeln k\u00f6nnen und mit welchen Projektpartnern wir zusammenarbeiten werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Interreg-Projekt \u201eCross Border Talent\u201d wird im Rahmen des INTERREG V \u2013 Programms Deutschland-Nederland durchgef\u00fchrt und von der Europ\u00e4ischen Union finanziell unterst\u00fctzt sowie auf niederl\u00e4ndischer Seite von dem Ministerie van Economische Zaken en Klimaat und der Provincie Overijssel und auf deutscher Seite vom Nieders\u00e4chsischen Ministerium f\u00fcr Bundes- und Europaangelegenheiten sowie dem Wirtschaftsministerium des Landes NRW.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Interreg-Projekt \u201eCross Border Talent\u201c wurde 2016 ins Leben gerufen, um international ambitionierte Unternehmen im deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenzgebiet&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":99,"featured_media":36529,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[214],"tags":[],"class_list":["post-36526","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/99"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36526"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36526\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}