

{"id":36432,"date":"2021-04-07T01:25:00","date_gmt":"2021-04-06T22:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.deutschland-nederland.eu\/?p=36432"},"modified":"2023-12-19T01:28:53","modified_gmt":"2023-12-18T22:28:53","slug":"grenzueberschreitende-zusammenarbeit-fuer-reineres-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/grenzueberschreitende-zusammenarbeit-fuer-reineres-wasser\/","title":{"rendered":"Grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit f\u00fcr reineres Wasser"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das grenz\u00fcberschreitende deutsch-niederl\u00e4ndische Interreg-Projekt \u201cMEDUWA (MEDizin Unerw\u00fcnscht im WAsser) Vecht(e)\u201d im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland l\u00e4uft diesen Monat aus. Die Projektpartner agierten im gemeinsamen Flusseinzugsgebiet der Vechte und ihrer Nebenfl\u00fcsse, um ein gemeinsames Problem anzugehen: Die von Mensch und Tier ausgeschiedenen Medikamente und multiresistenten Bakterien gelangen \u00fcber Abwasser und G\u00fclle in die Umwelt und k\u00f6nnen \u00fcber Boden, (Trink-)Wasser und Nahrung wieder zu Mensch und Tier zur\u00fcckkehren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"212\" src=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Rivier-Vecht-\u00a9Uni-Osnabrueck-300x212-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-36436\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rivier Vecht \u00a9Uni Osnabr\u00fcck<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWasserverschmutzung ist ein gro\u00dfes Problem. Das war schon immer so, aber erst jetzt wird es wirklich sichtbar. Dank guter Analysetechniken wissen wir heute, dass Medikamente \u00fcberall auf der Welt in der Umwelt zu finden sind\u201c, erkl\u00e4rt Projektpartner Alfons Uijtewaal von der Stichting Huize Aarde. Raissa Ulbrich von der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck, ebenfalls Projektpartner, erkl\u00e4rt zudem, dass die prim\u00e4re Aufgabe von Medikamenten darin besteht, Patienten gesund zu machen. Die Auswirkungen von Medikamenten auf die Umwelt wurden erst sp\u00e4ter entdeckt. Es scheint, dass nach dem Zweiten Weltkrieg viele Medikamente entwickelt wurden, die nicht so leicht abbaubar sind. Au\u00dferdem hat die Verwendung von Medikamenten sowohl bei Menschen als auch bei Tieren zugenommen. Alfons Uijtewaal erkl\u00e4rt, dass dies bedeutet, dass immer mehr Bakterien, Pilze und Parasiten gegen diese Medikamente resistent werden, was zur Folge hat, dass Menschen in Zukunft sterben werden, weil z.B. Antibiotika oder Antimykotika (Medikamente zur Behandlung von Pilzinfektionen) nicht mehr wirken. Laut Uijtewaal k\u00f6nnte dies in 30 Jahren sogar die Todesursache Nummer eins beim Menschen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eUm das Problem der Wasserverschmutzung durch Medikamente anzugehen, arbeiteten verschiedene Organisationen aus der Pharmaziebranche zusammen. An fast jeder Innovation waren eine Wissenseinrichtung und ein Unternehmen, das ein Produkt entwickeln wollte, beteiligt, so dass sich Wissenschaft und Praxis gegenseitig erg\u00e4nzten\u201c, sagt Raissa Ulbrich von der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck. Ziel der Organisationen war es, ein L\u00f6sungspaket zur Vorbeugung, Reduzierung, Messung, \u00dcberwachung, Simulation, Visualisierung und Kommunikation zum Thema Arzneimittel und&nbsp;multiresistente Mikroorganismen im Wasser zu entwickeln. Insgesamt wurden 12 Innovationen entwickelt. Als Beispiel nennt Alfons Uijtewaal die Entwicklung eines biologischen Medikaments auf Basis eines leicht abbaubaren Enzyms, das als Ersatz f\u00fcr entz\u00fcndungshemmende Medikamente und eine langwierige Behandlung mit Antibiotika vorbeugen kann. Au\u00dferdem wurde f\u00fcr die Viehzucht nach M\u00f6glichkeiten gesucht, Schweine und K\u00fche individuell zu behandeln, anstatt Gruppenmedikation einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund, weshalb das Thema Wasserverschmutzung grenz\u00fcberschreitend in Angriff genommen werden sollte, liegt klar auf der Hand. \u201eWir haben es mit einem gemeinsamen Problem zu tun, denn es flie\u00dft Wasser mit Medikamenten und resistenten Bakterien aus Deutschland in die Niederlande und andersherum. Anschlie\u00dfend wird das Wasser gereinigt und wird wieder getrunken. Allerdings k\u00f6nnen in beiden L\u00e4ndern noch nicht alle Bakterien und Medikamente einwandfrei&nbsp;aus dem Wasser gefiltert werden\u201c, betont Uijtewaal, \u201edas Problem ist also sehr ernst\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Projektpartner sind mit den vielf\u00e4ltigen Ergebnissen zufrieden und blicken ebenfalls positiv auf die deutsch-niederl\u00e4ndische Zusammenarbeit zur\u00fcck. \u201eEs war interessant zu sehen, wie auf der anderen Seite der Grenze mit Herausforderungen umgegangen wird. Dies hat uns eine Menge an Erkenntnissen gebracht. Wir konnten aus verschiedenen Perspektiven nach L\u00f6sungen suchen. Wir haben auch gesehen, dass nicht alle Ma\u00dfnahmen \u00fcberall zu den gleichen Effekten f\u00fchren w\u00fcrden. Zum Beispiel ist der Verbrauch bestimmter Medikamente auf beiden Seiten der Grenze unterschiedlich\u201c, sagt Raissa Ulbrich. Caroline van Bers vom Projektpartner The Integrated Asessment Society sagt auch, dass sie allen Organisationen im Projekt dankbar sei, die so hart an den Innovationen gearbeitet und so viel Energie in&nbsp;das Projekt gesteckt haben. Mit dem Projekt konnten die Partner auch einen Beitrag zu den UN- und europ\u00e4ischen Zielen f\u00fcr sauberes Wasser und Boden leisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Thema Mikroverunreinigungen im Wasser haben die Projektpartner noch nicht abgeschlossen. \u201eAufgrund des Klimawandels wird es in Zukunft mehr D\u00fcrren aber auch \u00dcberschwemmungen geben. Insbesondere durch niederschlagsarme Perioden k\u00f6nnen Fl\u00fcsse austrocknen. Das geschieht nicht, weil Kl\u00e4ranlagen daf\u00fcr sorgen, dass unvollst\u00e4ndig gereinigte Abw\u00e4sser einflie\u00dfen. Je mehr Trockenperioden, desto mehr dieser Abw\u00e4sser gelangen in die Fl\u00fcsse und erh\u00f6hen die Konzentration von Medikamenten und Krankheitskeimen. \u201eWir m\u00fcssen weltweit zusammenarbeiten, um Methoden zu entwickeln, die die Konzentration von Medikamenten in unseren Gew\u00e4ssern reduzieren\u201c, sagt Alfons Uijtewaal. Ein neues Projekt ist sogar schon in Planung. Mit Studenten der Universit\u00e4ten in Groningen und Osnabr\u00fcck wird die Stichting Huize Aarde in diesem Jahr untersuchen, worin die Priorit\u00e4ten und Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr Innovationen bei den regionalen Regierungen in Bezug auf das Thema Wasser- und Bodenverschmutzung, Biodiversit\u00e4t und Klima liegen. \u201eMit diesen Ergebnissen k\u00f6nnen wir mit der Arbeit an einem Vorhaben f\u00fcr die neue F\u00f6rderperiode Interreg VI beginnen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"222\" src=\"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Groepsfoto-projectmeeting-Nov-2019-\u00a9Uni-Osbabrueck-300x222-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36439\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gruppenbild Projektmeeting Nov 2019 \u00a9 Uni Osnabr\u00fcck<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das INTERREG VA \u2013 Projekt \u201eMEDUWA-Vecht(e)\u201d wurde durch die Europ\u00e4ische Union finanziell unterst\u00fctzt sowie auf deutscher Seite durch das Nieders\u00e4chsische Ministerium f\u00fcr Bundes- und Europaangelegenheiten und das Wirtschaftsministerium des Landes NRW und auf niederl\u00e4ndischer Seite vom Ministerie van Economische Zaken en Klimaat und den Provinzen Overijssel, Gelderland, Flevoland en Friesland.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das grenz\u00fcberschreitende deutsch-niederl\u00e4ndische Interreg-Projekt \u201cMEDUWA&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":98,"featured_media":36433,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[20,21],"tags":[],"class_list":["post-36432","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-start"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/98"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36432"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36432\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}