

{"id":33888,"date":"2022-05-31T16:58:00","date_gmt":"2022-05-31T13:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.deutschland-nederland.eu\/?p=33888"},"modified":"2023-12-18T05:33:44","modified_gmt":"2023-12-18T02:33:44","slug":"neue-technische-moglichkeiten-in-der-krebsforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/neue-technische-moglichkeiten-in-der-krebsforschung\/","title":{"rendered":"Neue technische M\u00f6glichkeiten in der Krebsforschung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In zwei zusammenh\u00e4ngenden grenz\u00fcberschreitenden INTERREG VA Deutschland-Nederland-Projekten haben sich Partner aus dem medizinischen und produzierenden Bereich in den letzten zwei Jahren bei Entwicklungen in der Krebsforschung gegenseitig unterst\u00fctzt. Sie haben gemeinsam Ger\u00e4te entwickelt und getestet, mit denen sie u. a. Krebszellen isolieren und untersuchen k\u00f6nnen. Konkret handelt es sich dabei um zirkulierende Krebszellen (CTC), die sich \u00fcber das Blut durch den K\u00f6rper bewegen. Das regionale Programmmanagement INTERREG hat sich dar\u00fcber mit Prof. Dr. med. Nikolas Stoecklein, transnationaler Wissenschaftler an der Universit\u00e4tsklinik in D\u00fcsseldorf unterhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits in der ersten H\u00e4lfte des 20sten Jahrhunderts wurde begonnen, zirkulierende Krebszellen systematisch zu untersuchen, damals noch mit einfachsten Methoden. Im Laufe der Zeit wurden, die Methoden zum Nachweis der ins Blut gestreuten Tumorzellen und deren Analyse verfeinert und automatisiert.&nbsp; In diesem Zusammenhang wurde nun ein Prototyp entwickelt, mit dem einzelne identifizierte zirkulierende Tumorzellen automatisch isoliert werden k\u00f6nnen, der so genannte Cell Puncher Pro. Im Rahmen des gleichnamigen Projekts wurde dieses Ger\u00e4t zu einer benutzerfreundlicheren und professionelleren Version weiterentwickelt, die in Zukunft auf den Markt gebracht werden k\u00f6nnte. An diesem Projekt waren die deutschen und niederl\u00e4ndischen Unternehmen VyCap, IDkon, JB Ventures, KaneTronics, micronit gmbh und Stevens idea partners BV sowie die Universit\u00e4t Twente, die Universit\u00e4t Groningen und die Universit\u00e4tskliniken in D\u00fcsseldorf und M\u00fcnster beteiligt. Viele dieser Akteure standen bereits vor der Durchf\u00fchrung des Projekts aufgrund gemeinsamer Interessen in grenz\u00fcbergreifenden Kontakten miteinander. Dies war auch bei Prof. Dr. med. Stoecklein der Fall, der als Deutscher selbst seit vielen Jahren in den Niederlanden lebt und mit der niederl\u00e4ndischen Sprache und Kultur vertraut ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Analyse der isolierten Tumorzellen k\u00f6nnen Informationen gewonnen werden, die in Zukunft f\u00fcr individuelle Behandlungen wichtig sein k\u00f6nnten. Im zweiten, thematisch verwandten Projekt \u201eTumordetektion in Lymphknoten\u201c wurden haupts\u00e4chlich Methoden entwickelt, die es erlauben sollen, in Lymphknoten gestreute Krebszellen zu diagnostizieren, die in heutigen Routineverfahren h\u00e4ufig \u00fcbersehen werden. &nbsp;Mit solchen genaueren Diagnosen kann eine angemessenere Behandlung auf individueller Ebene erfolgen. Zum Beispiel k\u00f6nnte dies im Falle von b\u00f6sartigen Kopf-Hals Tumoren bedeuten, dass das Ausma\u00df der Operation besser gesteuert werden kann. Theoretisch er\u00f6ffnet die neue Methode also die M\u00f6glichkeit, unn\u00f6tige Operationen zu vermeiden und damit die Lebensqualit\u00e4t der Patienten zu erh\u00f6hen. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen solche gestreuten Tumorzellen auch mit Hilfe des Cell Puncher Pro analysiert werden, um in Zukunft therapie-relevante molekulare Analysen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. &nbsp;Denn je mehr man \u00fcber die einzelnen Tumorzellen wei\u00df, desto besser k\u00f6nnte man die Medikation auf sie abstimmen und die Wirksamkeit der Medikamente feststellen. \u201eDurch die Analyse der gestreuten Tumorzellen k\u00f6nnten innovative molekulare Therapien unterst\u00fctzt werden. Deren Ziel ist es, die Behandlung zu verbessern und die Heilungschancen zu erh\u00f6hen\u201c, so Prof. Dr. med. Stoecklein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In beiden Projekten wurde gezeigt, dass mit Hilfe des Cell Puncher Pro minimalste Mengen von biologischem Material (einzelne Zellen) von Krebspatienten gewonnen und theoretisch f\u00fcr diagnostische Analysen verwendet werden k\u00f6nnen. Dabei sind die Anwendungsm\u00f6glichkeiten des Cell Puncher Pro nicht nur auf die Diagnostik beschr\u00e4nkt. So k\u00f6nnte das Ger\u00e4t zum Beispiel auch im Rahmen industrieller Anwendungen dazu dienen, Einzelzell-Isolierungen zu automatisieren und effizienter zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zwei von der EU mitfinanzierten Projekte haben mit positiven Ergebnissen gezeigt, dass der Cell Puncher Pro f\u00fcr die Isolierung von Tumorzellen geeignet ist und die entwickelte Technologie im Rahmen moderner Krebsdiagnostik eingesetzt werden k\u00f6nnte. Bis dies jedoch in der Praxis in Krankenh\u00e4usern m\u00f6glich ist, m\u00fcssen in den n\u00e4chsten Jahren weitere Untersuchungen in Form von klinischen Studien durchgef\u00fchrt werden. Da die bisher erzielten Ergebnisse vielversprechend sind, planen die Projektpartner, selbst derartige Untersuchungen durchzuf\u00fchren. Schlie\u00dflich wird die Akzeptanz und Umsetzung der neuen Technologien in erster Linie von ihrer nachgewiesenen Wirksamkeit abh\u00e4ngen. Sobald diese in mehreren unabh\u00e4ngigen klinischen Studien bewiesen wurde, kann man \u00c4rzte davon \u00fcberzeugen, diese Technologien in der Praxis anzuwenden. Die bereits an dem Projekt beteiligten \u00c4rzte scheinen jedenfalls begeistert zu sein!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die INTERREG VA \u2013 Projekte \u201eCell Puncher Pro\u201d und \u201cTumorzelldetektion in Lymphknoten\u201d werden durch die Europ\u00e4ische Union gef\u00f6rdert. Des Weiteren unterst\u00fctzen das Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landen NRW, das Ministerie van Economische Zaken en Klimaat sowie die Provinzen Overijssel die beiden Projekte.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In zwei zusammenh\u00e4ngenden grenz\u00fcberschreitenden INTERREG VA Deutschland-Nederland-Projekten haben sich Partner aus dem medizinischen und produzierenden Bereich in&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":99,"featured_media":33880,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[214],"tags":[],"class_list":["post-33888","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/99"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33888"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33888\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33880"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}