

{"id":33794,"date":"2023-03-22T23:05:37","date_gmt":"2023-03-22T20:05:37","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.deutschland-nederland.eu\/?p=33794"},"modified":"2023-12-18T00:38:27","modified_gmt":"2023-12-17T21:38:27","slug":"zunehmender-druck-auf-die-wasserversorgung-in-den-niederlanden-und-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/zunehmender-druck-auf-die-wasserversorgung-in-den-niederlanden-und-deutschland\/","title":{"rendered":"Zunehmender Druck auf die Wasserversorgung in den Niederlanden und Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute ist Weltwassertag; ein internationaler Tag der Vereinten Nationen (UN), um weltweit das Bewusstsein f\u00fcr die Wichtigkeit einer zuverl\u00e4ssigen Trinkwasserversorgung zu sch\u00e4rfen. Es ist eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass wir nur den Wasserhahn aufdrehen m\u00fcssen und sauberes, sicheres Trinkwasser herauskommt. Dennoch nimmt heutzutage der Druck auf die Wasserversorgung durch Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nde und Mikroplastik, das ins Abwasser gelangt, zu. Deswegen wird in Europa zunehmend die Aufmerksamkeit auf die Bek\u00e4mpfung von Mikroverunreinigungen in unseren Wassersystemen gerichtet. Aufgrund der immer \u00e4lter werdenden Bev\u00f6lkerung und des steigenden Pflegebedarfs werden stets mehr Medikamente verwendet. Einige dieser Medikamente gelangen \u00fcber Urin und F\u00e4kalien in das Abwassersystem. Die Abwasserreinigung kann jedoch nicht verhindern, dass alle Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nde herausgefiltert werden und in Gr\u00e4ben, B\u00e4chen, Kan\u00e4len und Fl\u00fcssen landen \u2013 mit allerlei nachteiligen Auswirkungen. Bei kleinen Wasserorganismen kann die Einnahme von Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nden beispielsweise zu Verhaltens\u00e4nderungen, Gewebesch\u00e4den oder Folgen f\u00fcr die Fortpflanzung f\u00fchren. Das \u00d6kosystem wird hier auf lange Sicht enorm leiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Projekte im Programmgebiet von Interreg Deutschland-Nederland besch\u00e4ftigen sich mit dem Thema Wasser, darunter die Projektpartner des von 2016-2020 durchgef\u00fchrten INTERREG V-Projektes \u201eEnergieneutrale Mikroschadstoffeliminierung (MiKRO)\u201c. Der Leadpartner Waterschap Vechtstromen (NL) hat gemeinsam mit deutschen und niederl\u00e4ndischen Partnern hart daran gearbeitet, die Qualit\u00e4t des Lebensraums f\u00fcr Tiere und Pflanzen zu verbessern. An der Zusammenarbeit waren die folgenden Organisationen beteiligt: Technische Betriebe Rheine A\u00f6R, Moekotte, InnotecControl GmbH und die INFA GmbH.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Projekt lief bereits 2020 aus, \u201eaber wir sind mit dem Thema Mikroverunreinigungen noch nicht durch\u201c, sagt Projektleiter Alexander Meijerink von Waterschap Vechtstromen. \u201eWegen des Klimawandels muss man bei der Wasseraufbereitung immer mehr tun und wir erwarten noch strengere Richtlinien in Europa, um die Qualit\u00e4t unserer Wassersysteme weiter zu verbessern\u201c. Er gibt an, dass es heutzutage m\u00f6glich sei, etwa 70 bis 80 Prozent der Mikroverunreinigungen, darunter auch Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nde, aus dem Abwasser zu filtern. Diese Zahl sollte in Zukunft noch steigen. L\u00e4nger anhaltende Trockenheit erh\u00f6ht beispielsweise die Konzentration von Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nden in B\u00e4chen, Kan\u00e4len und Fl\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen des Projekts wurden Wasseraufbereitungsanlagen in den St\u00e4dten Emmen und Rheine als Teststandorte gew\u00e4hlt, um verschiedene Machbarkeitsstudien und Tests durchzuf\u00fchren. An den Teststandorten wurden im Rahmen des MiKRO-Projekts Prozesssteuerungen entwickelt und in den Abwasserketten implementiert. Ziel war es, das Abwasser so effektiv und energieeffizient wie m\u00f6glich zu reinigen, bevor es durch unsere Wasserh\u00e4hne flie\u00dft. Eine M\u00f6glichkeit ist der Einsatz einer zus\u00e4tzlichen Reinigungsstufe, um reines Wasser zu erhalten. Dar\u00fcber hinaus wurden Situationen mit starken Regenf\u00e4llen simuliert, da sich das Regenwasser in den Abwasserkan\u00e4len mit dem Abwasser vermischt und in gro\u00dfen Mengen zu den Kl\u00e4ranlagen flie\u00dft, wo es dann nicht vollst\u00e4ndig aufgefangen werden kann. Es wird dann zum Teil wieder in die Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser gesp\u00fclt. In diesem Fall besteht eine M\u00f6glichkeit, Wasserstr\u00f6me mit einer hohen Konzentration an Mikroverunreinigungen vorrangig zu behandeln. Diese Str\u00f6me sind den Gemeinden bekannt, da sie oft an Orten, wo viel mit Medikamenten gearbeitet wird, wie z. B. Krankenh\u00e4user und Pflegeeinrichtungen, angeschlossen sind.&nbsp; Wasserstr\u00f6me mit einer geringeren Konzentration von Mikroverunreinigungen k\u00f6nnen dann in Wasserreservoirs gespeichert und nach starken Regenf\u00e4llen gereinigt werden, wenn wieder Kapazit\u00e4ten daf\u00fcr vorhanden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alexander Meijerink erkl\u00e4rt, warum grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit so wichtig ist, um das Problem der Mikroverunreinigungen in unseren Wassersystemen anzugehen. \u201eWasser macht nicht an der Grenze halt und das gilt auch f\u00fcr Arzneimittelreste und Mikroverunreinigungen im Wasser. Dar\u00fcber hinaus ist es sehr interessant, mit deutschen Partnern zusammenzuarbeiten, da die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Gesetzgebungen immer wieder neue Impulse und Perspektiven bieten. Man lernt unheimlich viel voneinander\u201c, erkl\u00e4rt Alexander. \u201eUnter anderem gibt es durch Interreg auch einen extra Anreiz, um miteinander in Kontakt zu treten und dieses gemeinsame Problem zu l\u00f6sen\u201c, f\u00fcgt er hinzu. \u201eEs ist eine gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit, die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit zu f\u00f6rdern\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alexander Meijerink betont auch, dass neben dem zus\u00e4tzlichen Reinigungsaufwand, auch die Pr\u00e4vention immer wichtiger wird, z. B eine gute Aufkl\u00e4rung der B\u00fcrger, um zu verhindern, dass alte Medikamente in der Toilette oder im M\u00fcllcontainer landen. Auch Krankenh\u00e4user beteiligen sich. Dort wird zunehmend mit Urinbeuteln gearbeitet wird, um zu verhindern, dass Reste von biologisch schwer abbaubaren R\u00f6ntgenkontrastmitteln \u00fcber den Urin in die Kanalisation gelangen. Aufgrund solcher Ma\u00dfnahmen wird positiv auf die Aktivit\u00e4ten im Rahmen des MiKRO-Projekts zur\u00fcckgeblickt. \u201eJeder Partner hat etwas zu dem Projekt und den Projektergebnissen beigetragen\u201c, erz\u00e4hlt Alexander stolz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das INTERREG V-Projekt \u201eEnergieneutrale Mikroschadstoffeliminierung\u201d wurde durch die Europ\u00e4ische Union finanziert. Des Weiteren unterst\u00fctzten das Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Innovation, Klimaschutz und Energie des Landes NRW, das niederl\u00e4ndische Ministerie van Economische Zaken en Klimaat und die Provinz Overijssel das Projekt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1,3 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eine Zusammenfassung des Interreg-Projekts kann in Form eines Videos unter folgendem Link abgerufen werden:\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Qam5P5eWZSU\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Qam5P5eWZSU<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist Weltwassertag; ein internationaler Tag der Vereinten Nationen (UN), um weltweit das Bewusstsein f\u00fcr die Wichtigkeit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":98,"featured_media":33793,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[214],"tags":[],"class_list":["post-33794","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33794","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/98"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33794"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33794\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}