

{"id":32889,"date":"2023-09-13T01:16:00","date_gmt":"2023-09-12T22:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.deutschland-nederland.eu\/?p=32889"},"modified":"2023-12-17T20:29:31","modified_gmt":"2023-12-17T17:29:31","slug":"gemeinsam-uber-die-grenzen-hinausschauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutschland-nederland.eu\/de\/gemeinsam-uber-die-grenzen-hinausschauen\/","title":{"rendered":"Gemeinsam \u00fcber die Grenzen hinausschauen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>In den Lenkungsaussch\u00fcssen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland wurden Ende August von verschiedenen deutschen und niederl\u00e4ndischen Instanzen neue Projekte genehmigt. Die Projekte haben ein 18-w\u00f6chiges Antragsverfahren durchlaufen und k\u00f6nnen nun mit der Umsetzung der Projektziele beginnen. U.a. wurden die folgenden Projektantr\u00e4ge eingereicht und auch genehmigt.&nbsp;<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Emergency Drone<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Projekt \u201eEmergency Drone\u201c arbeiten niederl\u00e4ndischen und deutsche KMU, die Hochschule Rhein-Waal, die Feuerwehr- und Rettungsakademie Bocholt, die Brandweer Twente, Space 53 und DLRG zusammen, um eine neue Software f\u00fcr Drohnen zu entwickeln, die zu einem effektiveren Einsatz von Drohnen bei (Natur-)Katastrophen in der Grenzregion beitragen soll. Die Notwendigkeit eines grenz\u00fcberschreitenden Vorgehens ist gro\u00df, denn die klimatischen Herausforderungen machen nicht an den Landesgrenzen halt. So verw\u00fcsteten im Jahr 2021 \u00dcberschwemmungen im Ahrtal, in Nordrhein-Westfalen und Limburg gro\u00dfe Gebiete. Es regnete so stark, dass kleine Fl\u00fcsse \u00fcber die Ufer traten. Das Unwetter dauerte l\u00e4ngere Zeit an und kostete Menschenleben und hohe Sachsch\u00e4den. Die Kommunikationsinfrastruktur brach in einigen Gebieten v\u00f6llig zusammen, so dass die betroffenen Bewohner nicht erreicht werden konnten und die Rettungsdienste nicht ausreichend miteinander kommunizieren und geleitet werden konnten. Doch mit Hilfe von Funkdrohnen und Funk\u00fcbertragungstechnik kann in Krisensituationen in k\u00fcrzester Zeit ein Ad-hoc-Telefonnetz aufgebaut werden. Diese neue Technologie wird im Rahmen des Projekts weiter entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der Projektlaufzeit sollen verschiedene Technologien f\u00fcr den Einsatz von Drohnen entwickelt werden. So wird beispielsweise f\u00fcr die Fr\u00fcherkennung von Waldbr\u00e4nden an Methoden der k\u00fcnstlichen Intelligenz gearbeitet, die echte Flammen von harmlosen Rauchwolken wie dem Qualm von Grillfeuer unterscheiden k\u00f6nnen. Und auch das Zusammenspiel von Drohnen und Unterwasserkameras wird erforscht, um Ertrinkende leichter zu entdecken. Durch die Zusammenarbeit von Feuerwehren und Entwicklern werden bei dem Projekt Theorie und Praxis eng miteinander verkn\u00fcpft. Neue Ergebnisse werden regelm\u00e4\u00dfig auf dem \u00dcbungsgel\u00e4nde Space 53 in Enschede getestet. Das Projekt l\u00e4uft bis Herbst 2027.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BioNanoGel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesundheitssystem im Grenzgebiet steht vor vielf\u00e4ltigen Herausforderungen. Mit den Ergebnissen dieses Projekts m\u00f6chte ein Konsortium aus 5 KMU und 2 Universit\u00e4tskliniken Produkte f\u00fcr drei h\u00e4ufige und verwandte Erkrankungen entwickeln: chronische Sinusitis, Blasenschmerzsyndrom und Stressharninkontinenz.<br>Es gibt L\u00f6sungen f\u00fcr diese Erkrankungen, n\u00e4mlich orale Medikamente, die nur f\u00fcr kurze Zeit wirken. Wenn dies nicht funktioniert, muss eine invasive Operation durchgef\u00fchrt werden, die einen Krankenhausaufenthalt und eine l\u00e4ngere Sp\u00fclung erfordert. Die j\u00e4hrlichen damit verbundenen Gesundheitskosten belaufen sich in den Niederlanden und in Deutschland auf mehrere zehn bis hundert Millionen Euro.<br>Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines Hydrogels, das Medikamente (Kortikosteroide und Schmerzmittel) transportieren und \u00fcber einige Wochen abgeben kann. Das Hydrogel wird mit einer Injektion an der richtigen Stelle platziert. Das Gel enth\u00e4lt Nanopartikel, die als Tr\u00e4germaterial f\u00fcr die Medikamente dienen. Die Medikamente werden f\u00fcr ca. 4 Wochen freigesetzt und besitzen regenerative Eigenschaften.<br>Es wird Str\u00f6mungschemie verwendet, eine effiziente Methode zur Herstellung von Partikeln; Dies im Gegensatz zu aktuellen Prozessen, die viel Platz, Energie und Chemikalien ben\u00f6tigen. Damit tr\u00e4gt diese Technologie auch zur Ressourceneffizienz bei.<br>Die erfolgreiche Umsetzung des vorgeschlagenen Projekts wird zu einem besseren und weniger invasiven Ansatz f\u00fcr drei allgemeine Erkrankungen beitragen. Die Gesundheitskosten f\u00fcr diese Erkrankungen k\u00f6nnten sinken, selbst bei zunehmender Pr\u00e4valenz im Zusammenhang mit der alternden Bev\u00f6lkerung in der Grenzregion. Gleichzeitig werden sich die produzierenden KMU des Konsortiums in einem wachsenden globalen Markt etablieren, der derzeit bereits mehrere zehn Milliarden Dollar wert ist. Schlie\u00dflich tr\u00e4gt die angestrebte Innovation durch einen geringeren Einsatz von Medikamenten, Zusatzstoffen und Energie auch zum Umweltschutz bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>MedCam-AI<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Niederlanden und Deutschland sind insgesamt 2,4 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Bei vielen wird die Diagnose zu sp\u00e4t gestellt, was zu k\u00f6rperlichen und finanziellen Komplikationen f\u00fchrt. H\u00e4ufig entwickeln sich bereits im fr\u00fchen Stadium Fu\u00dfprobleme. Ziel ist die Entwicklung eines innovativen, nicht-invasiven IR-Scanners zur Diagnose von Anomalien, der der Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rversorgung zugutekommt. Die Infrarot-Thermografie (IRT) ist eine neue Diagnosemethode die eine rasche Bewertung der Strahlungsenergie im Zusammenhang mit der Hauttemperatur erm\u00f6glicht. Da es keine Behandlungen gibt, die auf die zugrundeliegenden Nervensch\u00e4den abzielen, ist die Pr\u00e4vention wichtiger Bestandteil der Diabetesversorgung. Die IRT zeigt lokale Temperaturunterschiede, Hautverf\u00e4rbungen und h\u00f6here Durchschnittstemperaturen bei diabetischen F\u00fc\u00dfen mit hohem Risiko f\u00fcr Neuropathie und Neuroisch\u00e4mie. So will man das Auftreten des diabetischen Fu\u00dfes verhindern, erhebliche Kosten sparen und den Druck auf das Gesundheitssystem verringern. F\u00fcr eine k\u00fcrzere Markteinf\u00fchrungszeit, eine schnellere medizinische Validierung und zus\u00e4tzliche Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten, haben wir uns f\u00fcr zwei weitere Anwendungen entschieden: die Diagnose von ACNES (chronischen Unterleibsschmerzen) und die Erkennung von Entz\u00fcndungen bei Sportverletzungen. Der IR-Scanner weist drei innovative Merkmale auf: a. ist kompakt und erschwinglich und f\u00fcr die medizinische Grundversorgung geeignet; b. integriert KI\/ML in eine medizinische Kamera; c. nutzt Hightech-Thermografie, die sehr genau und zuverl\u00e4ssig ist. Im Rahmen dieses Projekts arbeiten KMU und Forschungsinstitute an einer Produktinnovation im Gesundheitswesen, die zu einer starken, wettbewerbsf\u00e4higen und nachhaltigen Wirtschaft in der Grenzregion beitr\u00e4gt. Der Gesundheitssektor steht vor einer gro\u00dfen Herausforderung aufgrund des Drucks auf das Gesundheitswesen, der zum Teil durch die zunehmende Alterung der Bev\u00f6lkerung und Wohlstandskrankheiten verursacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Citylogistic 2.0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anforderungen an Innenst\u00e4dte werden vor dem Hintergrund des Klimaschutzes immer gr\u00f6\u00dfer. Einen gro\u00dfen Einfluss auf die Reduzierung von Emissionen hat dabei die Logistik in St\u00e4dten. Bereits heute machen Kurier-, Express- und Paketsendungen einen gro\u00dfen und zunehmenden Teil der Warenlieferung in St\u00e4dten aus. Auch die Kundenanspr\u00fcche in Richtung klimaneutrale Paketdienstleistungen nehmen zu. Um den daraus resultierenden steigenden Kosten, erh\u00f6htem Verkehrsaufkommen sowie den Belastungen in Bezug auf Fl\u00e4chennutzung, Luft- und L\u00e4rmemissionen entgegenzuwirken, sind neue Logistikkonzepte gefragt, insb. im Rahmen der so genannten letzten Meile. Dezentralit\u00e4t, energetische Autarkie und zeitliche Flexibilit\u00e4t stellen dabei entscheidende Schl\u00fcssel zur Kosten- und Energieoptimierung dar.<br>Ziel des Projektes ist daher die Entwicklung eines innovativen, intelligenten und nachhaltigen Distributionssystems, bestehend aus einem energetisch autarken, mobilen Mini-Hub und einem hierf\u00fcr konzipierten und neu entwickelten Elektrofahrzeug \u2013 LEFV (Light Electric Freight Vehicle), das auf Basis der durch den Mini-Hub bereitgestellten erneuerbaren Energien betrieben wird. Der Mini-Hub ist modular und aus nachhaltigen Baustoffen konzipiert und auch f\u00fcr tempor\u00e4re Nutzungen geeignet.<br>Angestrebt werden hierf\u00fcr zwei 9 \u2013 12-monatige Betriebs- und Testphasen in den Partnerst\u00e4dten Groningen und Oldenburg. Beide St\u00e4dte sind gut miteinander vergleichbar und haben hohe Ambitionen zur Treibhausgasreduktion.<br>Die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit erfolgt zwischen Unternehmen, Clustern und Forschungseinrichtungen. Durch die Einbindung weiterer Stakeholder \u2013 insb. aus der Logistikbranche, aber auch mit Blick auf Kommunalverwaltung \u2013 wird gew\u00e4hrleistet, dass das Konzept auch auf andere St\u00e4dte und Gemeinden \u00fcbertragbar ist. Erste Interessensbekundungen liegen hierzu bereits vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>SPOWAR<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">SPOWAR \u2013 das steht f\u00fcr \u201eSustainable Protection of Water Resources\u201c. Ziel des Projektes ist die Entwicklung neuer Technologien, mit denen Prozess- und Abwasser von multiresistenten Erregern, Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nden und weiteren kritischen organischen Verbindungen gereinigt werden k\u00f6nnen. Zusammen mit sieben innovativen Unternehmen und zwei Universit\u00e4ten entlang der deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenze richtet sich der Lead Partner wfk \u2013 Cleaning Technology Institute e.V. aus Krefeld beispielsweise an medizinische Einrichtungen oder Betriebe aus der tierischen Lebensmittelproduktion: Mit neuen dezentralen Reinigungsverfahren soll das Einleiten kontaminierten Wassers in die Umwelt verhindert werden. So tr\u00e4gt das Projekt zur Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Tier bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Trichterbecherkultuur in NL-D<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die pr\u00e4historische Gesellschaft, die Trichterbecherkultur, pr\u00e4gte das Leben der Bewohner in der heutigen deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenzregion zwischen 4000 und 2700 vor Christus. Nationale Grenzen, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht, so dass sich vieles vom kulturellen Erbgut aus dieser Zeit \u00fcberschneidet, wie z. B. Hunebedden und die Funde von klassischer Keramik in Form von Trichterbechern. Um die arch\u00e4ologischen Fundstellen aus dieser Epoche grenz\u00fcberschreitend zu erfassen, gehen die Provinzen Overijssel und Gelderland, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Universit\u00e4t Groningen (RUG) eine Kooperation in Form eines Interreg-Projekts miteinander ein. Daran sind auch mehrere assoziierte Partner, unter anderem aus Niedersachsen, beteiligt. Im Rahmen des Projekts soll die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenstransfer, Information der \u00d6ffentlichkeit und Erhaltung des kulturellen Erbes aus der Trichterbecherkultur gest\u00e4rkt werden, aber die Projektpartner wollen die B\u00fcrger auch zu einem Teil des gemeinsamen Erbes machen. Die B\u00fcrger werden ermutigt, sich an \u00f6ffentlichen Aktivit\u00e4ten wie Ausgrabungen zu beteiligen. Geplant sind auch die Entwicklung eines Buches und eine Wanderausstellung. Die Ausstellung wird in verschiedenen Museen und Bibliotheken errichtet und vor\u00fcbergehend f\u00fcr Besucher zug\u00e4nglich sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dank des Projekts, das im Herbst 2026 endet, werden die grenz\u00fcberschreitende Denkmalpflege und die Kulturpolitik aufeinander abgestimmt. Au\u00dferdem erm\u00f6glicht es die gemeinsame Erforschung einer Kultur, die in den Niederlanden und in Deutschland dominiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>Interreg-Finanzierung<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Interreg-Mittel stammen aus dem Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung (EFRE). Mit der Genehmigung der oben genannten Projekte flie\u00dft ein Gesamtbetrag in H\u00f6he von 23.937.058,66 \u20ac in die deutsch-niederl\u00e4ndische Zusammenarbeit. Dieser Gesamtbetrag enth\u00e4lt F\u00f6rderung aus dem Fonds, die Kofinanzierung der Interreg-Partner sowie einen Eigenbeitrag der Projektpartner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Lenkungsaussch\u00fcssen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland wurden Ende August von verschiedenen deutschen und niederl\u00e4ndischen Instanzen neue Projekte genehmigt. 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