Die vielen
Gesichter des mystischen Königs Radbod
Großangelegtes
deutsch-niederländisches Ausstellungsprojekt um legendären Herrscher der
Friesen
Er bot den Franken die Stirn und einte die Friesen vom heutigen Belgien über
die Niederlande bis zu Wesermündung. Historisch belegt ist beispielsweise sein
Sieg über Karl Martell, den Hausmeier der fränkischen Könige und Großvater
Karls des Großen. Aber um Radbod, den Herrscher der Friesen, ranken sich auch
Mythen und Legenden. So soll er noch heute wahlweise unter dem Radbodsberg in
Dunum oder dem Plytenberg in Leer auf seine Rückkehr warten. Und selbst in der
Wagner-Oper Lohengrin findet er Erwähnung, als Vater der Gegenspielerin des
Helden. Radbod bietet also Raum für Interpretationen und diese werden in einer
großen Ausstellung beiderseits der Grenze ab September 2026, bzw. März 2027
gezeigt.
Dafür arbeiten das
Fries Museum in Leeuwarden und das Ostfriesische Landesmuseum in Emden Hand in
Hand zusammen. Zunächst soll die Ausstellung „Die vielen Gesichter von Radbod“
im September dieses Jahres in Leeuwarden eröffnet werden. Dort bleibt sich bis
Anfang 2027 zu sehen. Anschließend zieht sie Ausstellung ins Landesmuseum Emden
um und wird dort im März eröffnet. Darüber hinaus werden begleitendes
Arbeitsmaterial für Schulen entwickelt, zwei wissenschaftliche Publikationen
erarbeitet und mehrere grenzüberschreitende Treffen für unterschiedliche
Interessensgruppen abgehalten. Außerdem entsteht zurzeit ein Rollenspiel zum
Thema, ähnlich dem berühmten Dungeons and Dragons.
Im Februar wird es
einen grenzüberschreitenden Lehrer-Austausch zum Thema geben. Pädagogen aus
Deutschland und den Niederlanden werden sich näher mit dem friesischen König
Radbod befassen und gemeinsam überlegen, wie sie diesen Teil der
deutsch-niederländischen Geschichte im Unterricht darstellen können. Darüber
hinaus steht ein Austausch über
Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Schulsysteme auf dem
Programm. Die zweitägigen Arbeitstreffen finden sowohl in den Niederlanden als
auch in Deutschland statt.
Die
wissenschaftlichen Publikationen stehen mittlerweile kurz vor ihrem Abschluss.
Nun müssen die Texte der verschiedenen Autoren redigiert und in Form gebracht
werden, sodass die Bücher noch in diesem Jahr veröffentlicht werden können. Sie
geben Interessierten die Möglichkeit sich eingehender mit Radbod zu befassen.
Dabei wird es zum einen ein Buch geben, dass sich stark auf eine
wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Radbod stützt. Zum anderen wird ein
Buch erscheinen, dass sich an eine breite Gruppe von Lesern richtet, die sich
dem Thema populärwissenschaftlich annähern wollen.
Eine weitere
Publikation steht mit dem Rollenspiel an. Pen and Paper-Spiele sind nicht
zuletzt durch den Erfolg zeitgenössischer Fernsehserien wieder in aller Munde.
Deshalb wird auch das Radbod-Projekt von einem Rollenspiel begleitet. Die
Spieler tauchen in das Mittelalter um das Jahr 700 ein und erkunden Radbods
Welt auf eine spannende und unterhaltsame Art und Weise. Sie müssen
Entscheidungen treffen und Abenteuer erleben, bei denen sie immer wieder die
Wege des friesischen Königs kreuzen werden. Sowohl auf dem privaten
Wohnzimmertisch als auch im Klassenzimmer wird das Radbod-Rollenspiel viele
Fans finden. Sämtliche Publikationen werden natürlich zweisprachig auf deutsch
und niederländisch veröffentlicht.
Initiator des Projekt ist das Fries Museum, weitere Kooperationspartner sind das
Ostfriesische Landesmuseum Emden, die Ostfriesische Landschaft, Learning Hub Friesland,
Onderwijsinstelling Firda, Niedersächsisches Institut für historische
Küstenforschung, Stichting Mythemakers, die Fryske Akademy und die
Rijksuniversiteit Groningen.
Das Projekt REDBAD wird im
Rahmen des Interreg VI-Programms Deutschland-Niederlande durchgeführt und
mitfinanziert von der Europäischen Union, dem Niedersächsischen Ministerium für
Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung , der Provinz
Fryslân und der Provinz Groningen.















