Das NeoVitAI-Projekt ist eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Wissenseinrichtungen sowie Technologieunternehmen im nördlichen Programmgebiet. Ziel ist es, die richtigen Rahmenbedingungen für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Anwendung von KI im Gesundheitswesen zu schaffen. Um NeoVitAI praxisnah umzusetzen, wurde die Neonatologie als Showcase gewählt, mit der Neolook ONE als hinreichend entwickeltes, innovatives und flexibles Beispiel. In diesem Kontext bietet KI wichtige Chancen für die frühzeitige Erkennung und Prävention von Gesundheitsproblemen bei Frühgeborenen.
Die Auswirkungen zeigen sich besonders in der neonatalen Versorgung, wo der medizinische Bedarf an intelligenten und zuverlässigen Technologien groß ist. Frühgeborene benötigen intensive und spezialisierte Betreuung, wobei kontinuierliches Monitoring entscheidend ist, um Komplikationen zu vermeiden. Diese Versorgung ist komplex und mit hohen Kosten verbunden. Gleichzeitig stellt der Mangel an spezialisiertem Fachpersonal eine große Herausforderung dar. Ohne diese hochqualifizierte Unterstützung ist das Überleben dieser besonders vulnerablen Frühgeborenen nicht möglich. KI-Technologie kann hier unterstützen, indem sie automatisch Vitalfunktionen, Biomarker und Videodaten analysiert und so wertvolle Gesundheitsinformationen liefert. Zudem ist es für Angehörige aus ländlichen Regionen dieser Grenzregion oft schwierig, in der Nähe ihres Neugeborenen zu bleiben. Durch NeoVitAI können Bezugspersonen aus der Ferne Einblicke erhalten, was ihre Einbindung stärkt und die Bindung zum Kind intensiviert.
Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Projektpartner:innen aus Nordost-Niederlande und Nordwest-Deutschland ermöglicht es, Lösungen effektiv in die klinische Praxis zu integrieren. Durch die enge Verknüpfung von Versorgung, Forschung und Technologie entwickelt NeoVitAI praxisnahe, maßgeschneiderte Anwendungen, die den spezifischen Bedürfnissen beider Regionen entsprechen. Dieser Ansatz beschleunigt nicht nur die Einführung von KI, sondern stärkt auch die regionale Gesundheitsinfrastruktur.
Das Projekt durchläuft den gesamten Implementierungsprozess – von Datenerhebung und präklinischen Tests bis hin zur konkreten Anwendung und Implementierung in Krankenhäusern – und bietet diesen damit einen klaren Fahrplan mit notwendigen Ressourcen und Zeitplänen. Durch die Berücksichtigung rechtlicher, organisatorischer und ethischer Fragestellungen trägt NeoVitAI zu einer besseren Patient:innenversorgung sowie zum Wissensaustausch unter Fachkräften verschiedener Einrichtungen bei. Damit positioniert sich die Region als Vorreiterin in KI-gestützter Gesundheitsinnovation, mit positiven Effekten auf Versorgungsqualität und wirtschaftlichem Wachstum.
NeoVitAI ebnet so den Weg für eine breitere Einführung von KI im Gesundheitswesen, sodass Krankenhäuser und andere Einrichtungen besser in der Lage sind, Technologien effektiv und menschenzentriert zu implementieren.
Das Projekt besteht aus sieben Arbeitspaketen: AP1 Projektmanagement und Koordination sorgt für eine effiziente Organisation, während AP2 Verbreitung und Netzwerke die Sichtbarkeit und Zusammenarbeit stärkt. AP3 Entwicklung eines KI-Implementierungshandbuchs bietet Stakeholdern praxisnahe Richtlinien, und AP4 Richtlinien und Regulierung gewährleistet die Einhaltung rechtlicher Vorgaben. In AP5 Integration von Technologien werden Hardware, Video- und KI-Technologien an Teststandorten zusammengeführt, bevor in AP6 Präklinische Tests die Technologien mit einer neonatologischen Simulationspuppe (Roboterbaby) erprobt werden. Abschließend konzentriert sich AP7 Klinische Tests auf die praktische Anwendung bei Frühgeborenen, wobei Bewegungen, Biomarker und (optische) Daten analysiert werden.















