Patienten in akuter medizinischer Notlage – etwa bei einer Hirnblutung oder einem Infarkt, bei Verletzungen nach einem Unfall oder bei Verbrennungen – haben Anspruch auf eine rechtzeitige und angemessene Versorgung.
In der Grenzregion Nijmegen – Kreis Kleve stellt die Landesgrenze jedoch eine Barriere dar, um diese Versorgung zu gewährleisten. Wenn ein akuter medizinischer Notfall in der Grenzregion so komplex ist, dass ein reguläres Krankenhaus nicht ausreicht, wird derzeit ad hoc nach Kooperationen zwischen dem deutschen und dem niederländischen Gesundheitssystem gesucht. Das Fehlen einer strukturierten Zusammenarbeit, kombiniert mit Sprachbarrieren und Unterschieden in den Gesundheitssystemen, wirkt sich unmittelbar negativ auf die Versorgungsqualität und die Prognose der Patienten aus – und kostet somit buchstäblich Leben.
In der aktuellen Situation wird für diese Patientengruppe also ad hoc nach grenzüberschreitenden Kooperationen gesucht, wenn das reguläre System nicht ausreicht. Im Jahr 2024 wurde diese Situation in der Region 150 Mal aus dem Rettungsdienst gemeldet – das bedeutet, dass Patienten und medizinisches Personal im Durchschnitt jeden zweiten Tag damit konfrontiert waren. Zusätzlich kam es in 20 Fällen zu ungeplanten Verlegungen von einer deutschen Notaufnahme in eine niederländische Notaufnahme, da sich herausstellte, dass der Patient spezialisierte Akutversorgung benötigte. Für das Jahr 2025 ist bereits ein steigender Trend bei den Fallzahlen erkennbar. Das Fehlen einer strukturierten Zusammenarbeit bedeutet nicht nur, dass Patienten in lebensbedrohlichen Situationen eine geringere Versorgungsqualität erhalten als möglich wäre, sondern stört auch auf beiden Seiten der Grenze das gesamte Gesundheitssystem. Dies hat direkte Auswirkungen auf die nachhaltige Nutzung vorhandener Kapazitäten und erhöht zusätzlich den Druck auf das medizinische Personal.
Das ICEC-Projekt zielt darauf ab, die Versorgung von Patienten in akuten medizinischen Notlagen zu verbessern. Durch den Aufbau eines eng vernetzten grenzüberschreitenden Netzwerks werden die Versorgungsqualität und die Überlebenschancen der Patienten messbar verbessert und gleichzeitig die Belastung für Personal und Ressourcen deutlich reduziert. Das ICEC-Projekt untersucht innovative Ansätze zur Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung in der Grenzregion, erhöht die Überlebenschancen von Patienten in akuten Notlagen, stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und schafft die Grundlage für zukünftige Projekte mit weiteren Partnern und Bereichen in der Grenzregion.















