Interreg-Projekte im Fokus bei internationaler Bildungskonferenz

4. August 2026

Interreg-Projekte spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung des kulturellen und sprachlichen Lernens in Grenzregionen. Dies zeigte sich erneut während der dritten Internationalen Bildungskooperationstagung der Germanistischen Institutspartnerschaft in Nimwegen, die von der Universität Marburg, der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań und der Radboud University Nijmegen organisiert wurde.

Im Rahmen der Sitzung „Grenzüberschreitendes sprach- und kulturbewusstes Lernen in Interreg-Projekten“ wurden verschiedene europäische Kooperationsprojekte vorgestellt, die zum Unterricht in Nachbarsprachen und zum interkulturellen Lernen beitragen. So wurde beispielsweise ein Projekt im Rahmen von Interreg Brandenburg-Polska vorgestellt, bei dem polnische und deutsche Rettungskräfte in Tandemkursen gemeinsam Fachsprache und Arbeitsweisen erlernten. Außerdem wurden Erfahrungen aus einem INTERREG V-Projekt im Rahmen von Interreg Deutschland-Nederland ausgetauscht, das sich an Schüler in der Grenzregion richtete. Die Präsentationen machten deutlich, dass Spracherwerb und grenzübergreifende Zusammenarbeit wertvolle Chancen für gegenseitiges Verständnis bieten, eine bewusste Auseinandersetzung mit kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten aber nicht von selbst entsteht. Damit unterstrichen sie die Bedeutung von Bildungskonzepten, die Sprach- und Kulturbewusstsein explizit fördern.

Vor diesem Hintergrund stellte das neue Interreg-Projekt KraMe erste Materialkonzepte für den Unterricht vor. Die entwickelten Unterrichtsmaterialien helfen SchülerInnen, sich ihrer vorhandenen Sprachkenntnisse bewusster zu werden und diese beim Erlernen von Deutsch oder Niederländisch zielgerichtet einzusetzen, beispielsweise durch den Vergleich der Sprachen untereinander. Dabei kommen sowohl analoge als auch digitale Arbeitsformen zum Einsatz. Während der Konferenz wurde auch eine erste Version des sogenannten „Language Game“ vorgestellt, das mittlerweile an verschiedenen Schulen getestet wird.

Anschließend traf sich der Beirat von KraMe, um die ersten Materialien zu besprechen. Der Beirat bewertet die Praxistauglichkeit und die Übereinstimmung mit den Bildungszielen und unterstützt damit die weitere Umsetzung der entwickelten Methoden. Die Experten betonten unter anderem die Bedeutung der Berücksichtigung regionaler Dialekte, der Open Access-Verfügbarkeit der Materialien und einer guten Unterstützung für Lehrkräfte. Diese Empfehlungen fließen in die weitere Entwicklung des Projekts ein.

Das Projekt KraMe wird im Rahmen des Interreg VI-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und mit 957.666,02 € von der Europäischen Union, dem MWIKE NRW und der Provincie Gelderland kofinanziert.

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