Am 10. September fand der Kick-off der Arbeitsgruppen des Interreg-Projekts ICEC („Improving Crossborder Emergency health-Care“) statt. Im Mittelpunkt des Treffens standen die bisherigen Erfahrungen im Projekt, der aktuelle Stand sowie die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer besser abgestimmten grenzübergreifenden Akutversorgung.
Ausgangspunkt für die weitere Arbeit sind konkrete Herausforderungen, die zuvor gemeinsam mit deutschen und niederländischen Fachkräften aus der gesamten Versorgungskette identifiziert wurden. Während des Treffens am 10. September wurden diese Engpässe aufgegriffen und in den Arbeitsgruppen weiterbearbeitet. In einem gemeinsamen Brainstorming entstanden erste innovative Lösungsansätze und sogenannte „Quick Wins“, die dazu beitragen sollen, die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg ganz praktisch zu verbessern.
Dass hier konkreter Handlungsbedarf besteht, zeigen auch die Zahlen: Allein im Jahr 2024 fuhren deutsche Rettungswagen 325-mal das Radboudumc in Nijmegen an. Insbesondere für Patientinnen und Patienten, die eine hochkomplexe Akutversorgung benötigen, kann das Radboudumc der nächstgelegene geeignete Versorger sein. Bislang erfolgt die grenzübergreifende Zusammenarbeit in solchen Fällen jedoch teilweise noch ad hoc. Unterschiedliche Strukturen, Kommunikationswege und fehlende abgestimmte Vereinbarungen können wertvolle Zeit kosten.
Genau hier setzt ICEC an. Ziel ist es, eine strukturierte und nachhaltige Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Akutversorgung in der Region aufzubauen. Abgestimmte Versorgungspfade, gemeinsame Protokolle und entsprechend geschulte Mitarbeitende sollen dazu beitragen, ein gut funktionierendes grenzübergreifendes Akutsystem für rund 500 Patientenverlegungen pro Jahr zu schaffen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei nicht nur die organisatorische, sondern auch die interkulturelle Zusammenarbeit. Deshalb stand am 10. September ebenfalls der Austausch über unterschiedliche (Arbeits-)Kulturen und Perspektiven im Mittelpunkt. Gemeinsam wurde der Frage nachgegangen, wie diese Unterschiede nicht als Hindernis, sondern vielmehr als Stärke und Katalysator für die Zusammenarbeit genutzt werden können.
ICEC verfolgt damit ein klares Ziel: Wenn bei einem medizinischen Notfall jede Minute zählt, soll die Grenze die bestmögliche Versorgung nicht erschweren. Durch eine engere und strukturierte Zusammenarbeit sollen die Qualität der Akutversorgung verbessert, die Gesundheitssysteme auf beiden Seiten der Grenze entlastet und die Überlebenschancen von Patientinnen und Patienten erhöht werden.















