Deutsch-niederländische GPRW-Partner blicken auf 15 Jahre grenzübergreifende Zusammenarbeit zurück, befassen sich mit aktuellen Entwicklungen im Wassermanagement, darunter den ersten Ergebnissen des strategischen Interreg-Projekts DIWA, und richten den Blick nach vorn.
Wasser und Trockenheit machen nicht an der Grenze halt. Unter diesem Motto kamen am Mittwoch, den 16. September 2026, rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Behörden, Wasserwirtschaft, Politik und Wissenschaft aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und den Niederlanden im Romantik Parkhotel Wasserburg Anholt zusammen. Anlass waren das 15-jährige Bestehen der Grenzüberschreitenden Plattform für Regionale Wasserwirtschaft (GPRW) sowie das Midterm-Event des strategischen Interreg-Projekts DIWA – Drought Strategies in Water Management.
Benedikt Spieker, Vorstandsmitglied des Kreises Borken und der GPRW, begrüßte die Teilnehmenden in der Wasserburg Anholt.
Hier wurde 1991 der Vertrag von Anholt unterzeichnet und damit eine wichtige Grundlage für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit geschaffen.
15 Jahre GPRW: eine Antwort auf gemeinsame grenzübergreifende Herausforderungen
Die GPRW wurde 2011 als Reaktion auf extreme Niederschläge und Überschwemmungen im Sommer 2010 gegründet. Was aus einer Krisensituation heraus begann, hat sich in den vergangenen 15 Jahren zu einer etablierten Plattform zwischen den heutigen sieben Partnern aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und den Niederlanden entwickelt: dem Kreis Borken, dem Kreis Steinfurt, der Bezirksregierung Münster, dem Landkreis Grafschaft Bentheim, dem Landkreis Emsland sowie den niederländischen waterschappen Rijn en IJssel und Vechtstromen. Die Plattform steht für eine aktive grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Wasserwirtschaft und ist in dieser Form entlang der deutsch-niederländischen Grenze einzigartig.
„15 Jahre GPRW bedeuten 15 Jahre gemeinsames Lernen, gemeinsames Handeln und Vertrauen über die Grenze hinweg. Dieses Netzwerk ist eine wichtige Grundlage, um auch auf zukünftige Klimaextreme gemeinsam reagieren zu können“, betonte Sandra Cichon, Erste Kreisrätin des Landkreises Grafschaft Bentheim, während der Podiumsdiskussion mit den Vorstandsmitgliedern der GPRW.
Zwischen Trockenheit und Hochwasser: DIWA-Ergebnisse und Stresstests
Im Mittelpunkt der fachlichen Beiträge standen konkrete Instrumente für eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft. Ein wichtiger Bestandteil war die Zwischenbilanz des strategischen Interreg-VI-Projekts DIWA (2024–2027). „Trockenheit kennt keine Grenzen. Deshalb ist Zusammenarbeit keine Option, sondern eine Notwendigkeit: Es geht nicht nur darum, Wissen zu teilen und über Lösungen zu sprechen, sondern diese gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen“, erläuterte Gerald Aveskamp, Vorstandsmitglied der Waterschap Vechtstromen. Darüber hinaus präsentierten die Projektpartner im Foyer Poster mit Projektergebnissen, die zum Austausch mit den Besuchern anregten.
Auch wurden erste Ergebnisse eines innovativen deutsch-niederländischen Stresstests vorgestellt, den die GPRW gemeinsam mit der Forschungsallianz JCAR-ATRACE durchführt.
Ein Stresstest ist eine systematische Analyse extremer Wetterszenarien, um die Resilienz von Wassersystemen zu bewerten und mögliche Maßnahmen zu untersuchen.
Auch andere aktuelle Themen der Wasserbewirtschaftung wurden während der Konferenz thematisiert. Matthias Börger vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sprach über neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen NRW und den Niederlanden. Prof. Dr.-Ing. André Niemann von der Universität Duisburg-Essen sprach über Innovationen in der Wasserwirtschaft, und Femke Davids vom Watermanagement Centrum Nederland über die Verdrängungsreihe bei Wasserknappheit.
Grenzübergreifende Zusammenarbeit weiter stärken
Die Konferenz diente nicht nur dem Rückblick, sondern vor allem auch dem Blick nach vorn: Wie können sich die GPRW-Partner gemeinsam besser auf Trockenheit, extreme Niederschläge und Hochwasser vorbereiten? Die Konferenz bot hierfür neue Erkenntnisse und zugleich zahlreiche Möglichkeiten, bestehende Netzwerke weiter zu stärken.
Interreg-Projekt DIWA
Im Interreg-Projekt DIWA arbeiten die folgenden zehn Partner zusammen: Waterschap Vechtstromen (Lead Partner), Waterschap Rijn en IJssel, Provincie Gelderland, Universiteit Twente, Kreis Borken, Kreis Steinfurt, Landkreis Emsland, Landkreis Grafschaft Bentheim, Vechteverband und die EUREGIO. Das Projekt hat ein Budget von circa 6 Millionen Euro, ist Teil des Interreg Programms Deutschland-Nederland und wird von der Europäischen Union, der Niedersächsische Staatskanzlei, dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und den Provinzen Gelderland und Overijssel finanziell unterstützt.















