REDBAD: Interreg-Projekt bringt die Welt des friesischen Königs über die Grenze

11. September 2026

Wie sah das Leben an der Nordseeküste vor rund 1.300 Jahren aus? Welche Macht hatte der friesische König Redbad – und was verbindet seine Zeit mit den heutigen Niederlanden und Deutschland? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Interreg-Projekt REDBAD. Neun Partner aus beiden Ländern arbeiten dafür zusammen. Seit dem 5. September sind die Ergebnisse auch im Fries Museum in Leeuwarden zu erleben.

König Redbad lebte von etwa 670 bis 719 und zählt zu den bekanntesten Herrschern der friesischen Geschichte. Sein Name begegnet uns heute in verschiedenen Formen: Redbad in Friesland, Radbod in Deutschland und Radboud in der niederländischen Geschichtsschreibung.

Auch geografisch lässt sich seine Geschichte nicht einem heutigen Land zuordnen. Das damalige friesische Gebiet umfasste Regionen auf beiden Seiten der heutigen deutsch-niederländischen Grenze und war Teil eines weitreichenden Netzwerks rund um die Nordsee.

Für das Interreg-Projekt REDBAD ist genau das der Ausgangspunkt: Einrichtungen aus beiden Ländern bündeln ihr Wissen und betrachten diese Epoche gemeinsam.

Forschung, Museen und Bildung arbeiten zusammen

An REDBAD beteiligen sich neun Partner aus Deutschland und den Niederlanden. Museen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen bringen dabei ihre unterschiedlichen Kenntnisse und Erfahrungen in das Projekt ein.

Gemeinsam gehen sie der Frage nach, was sich heute über Redbad, die Menschen seiner Zeit und die damaligen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse herausfinden lässt. Funde aus der Archäologie werden dabei ebenso einbezogen wie schriftliche Überlieferungen und weitere Erkenntnisse über die Region.

Durch die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg können Informationen und Perspektiven aus beiden Ländern zusammengeführt werden. So entsteht ein umfassenderer Blick auf eine Epoche, deren Geschichte lange vor den heutigen Staatsgrenzen begann.

REDBAD-Ausstellung in Leeuwarden gestartet

Seit dem 5. September 2026 können Besucherinnen und Besucher die Ergebnisse dieser Arbeit im Fries Museum in Leeuwarden entdecken. Die Ausstellung „REDBAD: de legendarische koning“ nimmt sie mit in die Welt des frühen Mittelalters und beleuchtet Redbad und seine Zeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Originalobjekte, archäologische Funde und Leihgaben zeigen, was aus dieser Epoche erhalten geblieben ist und welche Erkenntnisse sich daraus heute gewinnen lassen.

Die Ausstellung ist in Leeuwarden noch bis zum 7. Februar 2027 zu sehen. Danach wird das Projekt auch auf deutscher Seite erlebbar: Im Frühjahr 2027 wird die Ausstellung im Ostfriesischen Landesmuseum Emden gezeigt.

Geschichte auf unterschiedlichen Wegen vermitteln

REDBAD richtet sich nicht nur an Museumsbesucherinnen und -besucher. Die Projektpartner entwickeln verschiedene Angebote, um die Erkenntnisse aus dem Projekt unterschiedlichen Zielgruppen zugänglich zu machen.

Dazu gehören Bildungsangebote in Deutschland und den Niederlanden sowie Veröffentlichungen für die Wissenschaft und für ein breiteres Publikum.

Einen besonderen Zugang bietet ein Rollenspiel, das die Teilnehmenden in die Zeit Redbads versetzt. Historische Erkenntnisse bilden den Rahmen für Geschichten und Entscheidungen innerhalb des Spiels. Insbesondere junge Menschen erhalten dadurch die Möglichkeit, sich auf eine interaktive Weise mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

REDBAD verbindet damit Forschung, Kultur und Bildung über die deutsch-niederländische Grenze hinweg. Was vor mehr als 1.300 Jahren geschah, wird gemeinsam neu betrachtet und für Menschen auf beiden Seiten der Grenze zugänglich gemacht.

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