Am 1. Juni 2026 sind 18 neue Projekte im Interreg-Programm VI Deutschland-Nederland gestartet. Gemeinsam mit den beiden Projekten „Der Rhein Bewegt“ und „FITS“, die bereits im Mai 2026 gestartet sind, nehmen damit innerhalb kurzer Zeit insgesamt 20 neue Projekte ihre Arbeit auf.
Von Hightech und Gesundheitsversorgung über Klima, Landwirtschaft und Kreislaufwirtschaft bis hin zu Fachkräften, Mobilität und Kultur: Die neuen Projekte zeigen die große thematische Bandbreite der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit im gesamten Programmgebiet.
Innovationen für Wirtschaft, Technologie und Sicherheit
Mehrere Projekte bringen Unternehmen, Hochschulen und weitere Partner zusammen, um neue Technologien zu entwickeln und für die Praxis nutzbar zu machen. FutureRobotiX beschäftigt sich mit humanoiden Robotiklösungen für KMU und das Handwerk. Making ConneQtions entwickelt chipbasierte Quantenkommunikationstechnologien, die digitale Netzwerke und kritische Infrastrukturen künftig besser schützen sollen.
Das Projekt SAFE stärkt die Zusammenarbeit und Sichtbarkeit regionaler Unternehmen im Sicherheits- und Verteidigungssektor. SCALE wiederum vernetzt Start-ups, Scale-ups, Forschungseinrichtungen, Investoren und weitere Akteure zu einem grenzübergreifenden Start-up-Ökosystem. Mit Talent x TECH Region sollen zudem Studierende, Hochschulen und Unternehmen enger zusammengebracht und damit die Fachkräftebasis in der Region gestärkt werden.
Auch Familienunternehmen fit für die Zukunft richtet den Blick auf die Wirtschaft: Deutsche und niederländische Familienunternehmen tauschen Erfahrungen zu Themen wie Unternehmensnachfolge, Innovation und nachhaltiger Unternehmensentwicklung aus.
Nachhaltige Lösungen für Energie, Materialien und Landwirtschaft
Klima- und Ressourcenschutz spielen in mehreren neuen Projekten eine zentrale Rolle. H2Business untersucht konkrete Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff und alternativen Energieträgern für insbesondere energieintensive KMU. NEXCARB fördert die Entwicklung und Markteinführung nachhaltiger, fossilfreier Materialien mit einem Schwerpunkt auf Kunststoffen.
In SENSUPPLANTPRO geht es um die Verbesserung pflanzlicher Proteinprodukte, während LEAF neuartige Sensorlösungen entwickelt, mit denen der Zustand von Pflanzen direkt und in Echtzeit überwacht werden kann. Das Projekt KLIMA – Klimagerechte Landwirtschaft: Innovation, Mentoring & Ausbildung unterstützt Landwirtschaft und Ausbildung dabei, Wissen über klimaangepasste und regenerative Bewirtschaftungsmethoden in die Praxis zu bringen.
Auch die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte wird internationaler: Trinationale Bildung im Agro-Food-Bereich verbindet Hochschulen und Kompetenzen aus Deutschland, den Niederlanden und Flandern, um den Agro-Food-Sektor attraktiver für Studierende zu machen und Fachkräfte für die Region zu gewinnen.
Mit Städtisches Grün werden darüber hinaus datengestützte Lösungen entwickelt, die Kommunen bei der Planung wirksamer Grünflächen unterstützen – unter anderem mit Blick auf Klimaanpassung, Wasserwirtschaft und Biodiversität.
Gesundheit, Resilienz und gesellschaftliche Teilhabe
Neue Ansätze entstehen auch im Gesundheitswesen. GENderMed-AI entwickelt eine KI-gestützte Lernumgebung für eine geschlechtersensible medizinische Ausbildung. ResilientIS stärkt die Krisenfestigkeit von Krankenhäusern: Mithilfe digitaler Zwillinge und additiver Fertigung sollen kritische Medizinprodukte und Bauteile bei Engpässen schneller verfügbar gemacht werden können.
Das bereits im Mai gestartete Projekt FITS – Fahrräder für Inklusion, Teilhabe und Senioren entwickelt neue Mobilitätsangebote mit Spezialfahrrädern wie Dreirädern, Rikschas oder Rollstuhltransporträdern. Damit sollen ältere Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen leichter Zugang zu nachhaltiger und selbstbestimmter Mobilität erhalten.
Mit GAHA – Grenzübergreifender Ansatz für Hilfe an Arbeitsmigrant*innen wird zudem die Zusammenarbeit von Behörden, Beratungsstellen und weiteren Akteuren intensiviert, um Arbeitsmigrant*innen besser vor Ausbeutung zu schützen und faire Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern.
Gemeinsame Kultur und ein gemeinsamer Blick auf den Rhein
Auch Kunst und Kultur verbinden die Grenzregion. In CORE arbeiten Produktionshäuser aus Arnheim, Groningen, Münster und Düsseldorf enger zusammen, entwickeln gemeinsame Produktionen und fördern den Austausch von Kunstschaffenden und Publikum. Resonanz bringt unterschiedliche künstlerische Welten von Oper bis Urban Culture zusammen und schafft neue grenzübergreifende Netzwerke, Produktionen und Begegnungen.
Ebenfalls bereits im Mai gestartet ist das Projekt Der Rhein Bewegt. Deutsche und niederländische Partner arbeiten darin gemeinsam an verbesserten und harmonisierten Methoden zur Überwachung von Sedimenten und Plastik im Rhein. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zu einem gemeinsamen Verständnis des Flusssystems und einem besser abgestimmten Sedimentmanagement beitragen.
Finanzierung
Mit einem Gesamtvolumen von rund 62 Millionen Euro unterstreichen die 20 Projekte die Bedeutung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Programmgebiet von Interreg VI Deutschland-Nederland. Die Finanzierung erfolgt durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch nationale und regionale Kofinanzierung und Eigenbeiträge der beteiligten Projektpartner.
Zusammenarbeit in ihrer ganzen Bandbreite
Die 18 am 1. Juni gestarteten Projekte und die beiden bereits im Mai gestarteten Projekte machen die thematische Vielfalt von Interreg VI Deutschland-Nederland sichtbar: Unternehmen entwickeln gemeinsam neue Technologien, Forschungseinrichtungen bündeln ihr Wissen, Behörden arbeiten an gemeinsamen Herausforderungen und Organisationen schaffen neue Verbindungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Mobilität, Kultur und Gesellschaft.
Was alle 20 Projekte verbindet, ist der grenzübergreifende Ansatz: Herausforderungen, die auf beiden Seiten der Grenze bestehen, werden gemeinsam angegangen – mit Wissen, Netzwerken und Kompetenzen aus Deutschland und den Niederlanden.















