Krisen kennen keine Grenzen – und eine sichere Gesundheitsversorgung darf nicht an ihnen enden. Die Corona-Pandemie, Überschwemmungen und Cyberangriffe haben gezeigt, wie schnell Lieferketten unterbrochen werden können. Dabei können bereits kleine, aber unverzichtbare Bauteile wie Adapter für Beatmungs- oder Narkosegeräte zum kritischen Engpass werden. Genau hier setzt ResilientIS an: Das Projekt stärkt die Widerstandsfähigkeit von Krankenhäusern im deutsch-niederländischen Grenzgebiet und schafft Strukturen, mit denen kritische Bauteile und ausgewählte Medizinprodukte im Krisenfall schnell, sicher und möglichst vor Ort bereitgestellt werden können.
Im Mittelpunkt steht ein grenzüberschreitendes Netzwerk aus Kliniken, Hochschulen und Unternehmen. Gemeinsam identifizieren die Partner versorgungskritische Bauteile, entwickeln standardisierte und geprüfte digitale Vorlagen und erproben Verfahren, mit denen Ersatzteile bei Lieferengpässen innerhalb kurzer Zeit additiv gefertigt werden können. Digitale Zwillinge, gemeinsame Datenstrukturen, Qualitätsprüfungen und ein rechtssicherer „Crisis-License“-Rahmen sollen dafür sorgen, dass Lösungen nicht nur technisch funktionieren, sondern auch sicher und übertragbar sind. Schulungen und Praxistests verankern die entwickelten Prozesse dauerhaft in der Versorgung.
Getragen wird ResilientIS von einem starken deutsch-niederländischen Konsortium. Lead-Partner ist das Universitätsklinikum Münster (UKM), das die Gesamtkoordination übernimmt und mit seinem zertifizierten 3D-Druckprozess eine zentrale Rolle bei der Priorisierung, Herstellung und Prüfung kritischer Bauteile einnimmt. Gemeinsam mit dem Radboud University Medical Center als klinischem Hauptpartner in den Niederlanden schafft das UKM die Grundlage für grenzüberschreitend abgestimmte und MDR-konforme Prozesse.
Im Konsortium werden klinische Praxis, Wissenschaft, Technologie und industrielle Umsetzung gezielt miteinander verbunden. Die beteiligten Partner bringen Kompetenzen aus der Patientenversorgung, additiven Fertigung, Werkstoffprüfung, Digitalisierung, Konstruktion und Simulation sowie Qualitätssicherung und Zulassung ein. Referenzkliniken erproben die entwickelten Prozessketten unter realen Bedingungen und stellen sicher, dass die Lösungen den Anforderungen des klinischen Alltags ebenso gerecht werden wie besonderen Krisensituationen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der digitalen Infrastruktur. Gemeinsam werden standardisierte Datenstrukturen, modulare Digitale Zwillinge und Schnittstellen entwickelt, damit geprüfte Bauteildaten grenzüberschreitend verfügbar und in bestehende klinische Systeme integrierbar werden. Ergänzt wird dies durch Verfahren zur Qualitätsüberwachung sowie Prüf- und Freigabeprozesse. Regulatorisches und industrielles Know-how unterstützt dabei, aus erprobten Prototypen sichere, reproduzierbare und skalierbare Lösungen für die medizinische Versorgung zu entwickeln.
Die besondere Stärke von ResilientIS liegt im Zusammenspiel dieser Kompetenzen: Klinische Erfahrung, Forschung, additive Fertigung, Digitalisierung, Qualitätssicherung und regulatorisches Know-how werden über die Grenze hinweg zusammengeführt. So entsteht mehr als eine technische Lösung – ein dauerhaft nutzbares Resilienznetzwerk, das Krankenhäuser befähigt, in Krisensituationen schneller und abgestimmt zu handeln.
Damit leistet ResilientIS einen konkreten Beitrag zu einer stabileren Gesundheitsversorgung in Deutschland und den Niederlanden: Behandlungen bleiben auch bei Lieferengpässen besser planbar, unnötige Verlegungen können vermieden und vorhandene Kapazitäten grenzüberschreitend genutzt werden. Aus gemeinsamer Vorsorge wird so gemeinsame Handlungsfähigkeit – für ein widerstandsfähigeres Gesundheitssystem in der Grenzregion.















