Die chirurgische Behandlung
onkologischer Erkrankungen stellt die moderne Medizin vor komplexe
Herausforderungen. Tumore sind während eines Eingriffs oftmals nur schwer zu
identifizieren. Das kann in der Praxis zu einer unvollständigen Tumorentfernung
und postoperativen Komplikationen führen. Bisherige Techniken sind in ihrer
Präzision häufig limitiert, da die bisherigen Markierungstechniken mit Risiken
verbunden sind. Hier setzt das Interreg-VI A-Projekt PRECISE an.
Das Konsortium vereint die
Expertise von innovativen Unternehmen, zertifizierten klinischen Krebszentren
und erfahrenen Hochschulen. Gemeinsam entwickeln und prüfen sie neue Lösungen
für eine präzisere Tumorchirurgie.
Im Projekt PRECISE arbeiten
sieben Partner aus Deutschland und den Niederlanden eng zusammen. Beteiligt
sind mit KánMedim UG, U-Needle B.V. und Chiwen B.V. drei innovative
Unternehmen. Zudem gehören die Rijksuniversiteit Groningen, die
Universitätsklinik Oldenburg und das Mathias-Spital Rheine sowie das EUREGIO
BioMedtech Center der FH Münster als Lead Partner zum Konsortium.
Ziel der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist die nachhaltige Verbesserung der
medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Speiseröhren- oder
Darmkrebs. Durch die enge Zusammenarbeit von Medizintechnik, Chirurgie und
künstlicher Intelligenz entstehen medizinische Innovationen, die Operationen
präziser und sicherer machen.
Ein zentraler
technologischer Meilenstein innerhalb des Projekts ist die Entwicklung eines
innovativen Nah-Infrarot-Fluoreszenzmarkers für Langzeit-Anwendungen. Dieser
Marker sorgt dafür, dass der Tumor eindeutig visualisiert werden kann. Auch
schwer auffindbare Tumore werden so für das chirurgische Team klar sichtbar und
ermöglichen eine vollständige sowie gewebeschonende Entfernung.
Darauf aufbauend werden
feinste, ultrascharfe Mikroinjektionsnadeln entwickelt, die es ermöglichen, den
Fluoreszenzmarker mit höchster Genauigkeit direkt in das betroffene Gewebe
einzubringen. Im Gegensatz zu herkömmlichen endoskopischen Nadeln reduziert
diese neue Technologie das Risiko von Gewebeverletzungen und erhöht damit die
Sicherheit der Patientinnen und Patienten.
Ergänzt werden diese
Innovationen durch die Entwicklung eines KI-gestützten Systems zur Erkennung
des Fluoreszenzmarkers. In der klinischen Praxis sind schwache
Fluoreszenzsignale schwer zu identifizieren. Die im Projekt entwickelte
künstliche Intelligenz erkennt solche Signale in Echtzeit und visualisiert sie
eindeutig im Operationsfeld. Die Entwicklung dieses Systems erfolgt durch die
Generierung von Videodaten im Rahmen klinischer Studien an den beteiligten
Krebszentren.
PRECISE orientiert sich eng
an den Bedürfnissen klinischer Anwender, Krebspatientinnen und -patienten,
Kliniken sowie Geräteherstellern. Die entwickelten Lösungen zielen darauf ab,
die medizinische Versorgung nachhaltig zu verbessern. In Kombination sowie bei
erfolgreicher Weiterentwicklung bis zur Marktzulassung können sie die
onkologische Chirurgie spürbar voranbringen und die Patientenversorgung in der
gesamten Interreg-Region langfristig stärken.















